Hallo zusammen,
ich bin Product Manager für JTL-
Shipping. Ich gehe die Punkte jetzt durch, die hier im Thread aufgekommen sind und versuche alles so gut wie möglich zu beantworten.
Die 900 Euro im Jahr
Für den Versand selbst zahlt die niemand. Shipping Start kostet nichts: keine Grundgebühr und keine Label-Gebühr auf die Standard-Anbindungen. Die 75 Euro im Monat sind Shipping Advanced, und die braucht man für eine Sache, nämlich eigene Carrier-Verträge einzubinden. Wer eine JTL-Edition ab Advanced hat, bekommt drei eigene Verträge auch in der kostenlosen Shipping Start dazu. Auf zentrale Konditionen begrenzt ist nur die Kombination JTL Start plus Shipping Start.
@Au3 , das betrifft dich direkt. Wenn deine JTL-Edition Advanced oder höher ist, kannst du deinen GLS-Vertrag mit Abholung in Shipping 2.0 weiternutzen, ohne 75 Euro im Monat zu zahlen. Schau bitte im
Kundencenter nach, welche Edition dort steht.
Was am 30. September passiert und was nicht
JTL-ShippingLabels 1.0 wird nicht abgeschaltet. Nur die JTL-Edition Start verliert dort zum 30.09. die Labelerstellung. Für JTL-Advanced, Pro und Enterprise ändert sich an dem Tag nichts, 1.0 läuft durch das Weihnachtsgeschäft. Was endet, ist unser technischer Support für die alten GLS- und DPD-Anbindungen in JTL-ShippingLabels 1.0. Die Abschalttermine dafür setzen die Carrier: GLS nimmt die alte WebAPI zum 31.12.2026 vom Netz, DPD wechselt Anfang 2027 auf die Meta API.
@John, DHL ins Ausland
Dein Punkt aus dem ersten Beitrag stimmte und ist inzwischen überholt.
DHL Paket International und Warenpost International sind über die zentralen Konditionen buchbar, nicht nur Kleinpaket.
Dazu gehört der unangenehme Teil.
@unblack hat recht, dass sich die Anbindung heute nicht sauber konfigurieren lässt. Wir haben sie Mitte August gemeinsam mit DHL durchgesehen und dieselben Punkte gefunden: englische Bezeichnungen in der Oberfläche, falsch geschriebene Produktnamen, eine irreführende Beschreibung beim Filial-Routing, ein Retouren-Dialog, der auch ohne eigenen Vertrag nach einer Abrechnungsnummer fragt, und überlappende Gewichtsgrenzen in der Tarif-Anzeige. Das sind Fehler und keine Geschäftsentscheidungen. Sie stehen bei uns zur Korrektur.
@KristinaS, der DPD-Punkt ist dir falsch beantwortet worden
Das ist mir wichtig, weil es deine Rechnung ändert. Für die zentralen DPD-Konditionen braucht man keinen eigenen DPD-Vertrag, keine DPD Cloud-User-ID und keinen früheren DPD-Account. Man braucht überhaupt keinen Kontakt zu DPD. In der App die Konditionen akzeptieren, danach ist die Anbindung freigeschaltet und nutzbar. Das gilt auch mit JTL Start und Shipping Start, also ohne monatliche Gebühr.
Ich kann mir erklären, wie die Auskunft entstanden ist. Es gibt zwei verschiedene Vorgänge, die im Support offenbar vermischt wurden. Wer einen eigenen DPD-Vertrag hat und auf die neue Meta API umzieht, braucht seine Cloud-User-ID, weil DPD den bestehenden Account umschaltet. Wer über die zentralen Konditionen versendet, hat mit alldem nichts zu tun. Dir wurde der erste Weg beschrieben, gefragt hattest du nach dem zweiten. Das war unser Fehler, und ich ziehe das auf der Support-Seite nach.
Damit beantwortet sich auch deine Frage, welche zentralen Konditionen mit Zustellung an die Kundenadresse übrig bleiben. DPD Classic national und international liefert an die Haustür und nicht in einen
Shop, mit Empfängerbenachrichtigung über Predict. Das ist der Weg, den ich mir für dich und für
@Au3 zuerst ansehen würde, bevor wir über Briefmarken-Workarounds oder CSV-Exporte reden.
Die angezeigten Preise
@KristinaS, dein Einwand trifft. Angezeigt wird der Gesamtpreis inklusive der vorab bekannten Zuschläge, zuzüglich Mehrwertsteuer. Nachträgliche Zuschläge gibt es trotzdem, etwa wenn ein Paket schwerer war als gemeldet oder sich der Diesel-Floater ändert. Die reichen wir 1:1 durch, so wie sie bei einem eigenen Vertrag auch anfallen würden. Was fehlt, ist die Nachvollziehbarkeit. Der Rechnungs-Screen mit Kosten je Label und je Periode ist für Q4 2026 geplant. Zudem werden wir in den Details zu einer Sendung die voraussichtlichen Kosten dieser Sendung ebenfalls anzeigen, so dass man dort auch besser nachvollziehen kann, was auf einen zukommt.
Zu den Reklamationen: bei zentralen Konditionen reichen wir sie beim Carrier ein und verrechnen anerkannte Gutschriften. Bei eigenem Vertrag bleibt das wie bisher zwischen euch und dem Carrier.
Die echten Lücken
Ich liste sie lieber selbst, als sie hier einzeln einsammeln zu lassen.
Internetmarke: nur mit eigenem Vertrag der Deutschen Post, also nicht in JTL Start plus Shipping Start. Zentrale Konditionen für die nationalen Briefprodukte bietet DHL uns bisher nicht an. Wir haben bereits hier nachgehakt, versprechen kann ich bisher jedoch nichts. Dass die Internetmarke in der Tarifübersicht trotzdem auswählbar ist, ist ein Fehler und wird entfernt.
GLS: die zentralen Konditionen umfassen BusinessParcel national und EuroBusinessParcel für 19 EU-Länder, beides auf Service-Niveau Shop2Shop. Keine Abholung, maximal 15 Pakete pro Tag, keine Retouren, kein Express, keine Samstagszustellung, Haftung 750 Euro je Paket. GLS unterstützt Abholungen derzeit nicht per API und prüft das. Einen Termin dafür habe ich nicht.
Hermes: nur mit eigenem Vertrag.
Gefahrgut sowie Speditions- und Palettenversand: Gefahrgut ist bei DPD aktuell in der Prüfung mit DPD, Speditions- und Palettenversand sind 2026 nicht dabei, ein Pilot für Spedition und B2B ist für Q4 2026 geplant.
ZPL, Retouren-Regeln und die Auswahl von Paketshops im Bestellprozess: eingeplant, aber nicht in diesem Quartal.
Österreich und Schweiz
@MichaelH, deine Kritik an der Kommunikation nehme ich an. Die zentralen Konditionen richten sich nach dem Versandursprung und nicht nach dem Firmensitz. Bei UPS sind neun Ursprungsländer freigeschaltet, darunter Österreich und die Schweiz. Für die Österreichische Post prüfen wir zentrale Konditionen, entschieden ist das nicht. Verbindlich ist immer, was in der App unter Versandarten für deinen Ursprung steht.
Zum Selberbauen
@arminma, dass sich eine Carrier-Anbindung mit KI bauen lässt, bestreite ich nicht. Ein funktionierender Label-Call ist an einem Wochenende erledigt.
@Morimus,
@dercoderkm und
@mvh haben die Stelle schon benannt, an der es teuer wird, und
@mvh hat den Unterschied am genauesten getroffen: der erste Entwurf und die Pflege sind zwei verschiedene Projekte.
Ich ergänze, was wir aus dem Betrieb kennen.
Die Daten. Ein Label braucht mehr als Name und Adresse. Länderkennungen als ISO-Code, Feldlängen je Carrier, bei Auslandssendungen Zolltarifnummer, Ursprungsland und Warenwert je Position, EORI-Nummer, und die Handelsrechnung digital in genau dem Format, das der Carrier erwartet. Der Aufwand steckt im Aufräumen der Stammdaten und im Abfangen der Fälle, in denen etwas fehlt oder im falschen Format vorliegt. Fehlt ein Feld, lehnt der Carrier ab, und das merkt man am
Packtisch.
Zugangsdaten und Empfängerdaten. Ein selbstgebautes Tool mit Lesezugriff auf die
Wawi-Datenbank hält zwei Dinge gleichzeitig, den kompletten Adressbestand und die Carrier-Zugangsdaten. Wo diese Secrets liegen, wer sie wechselt und was bei einem kompromittierten Rechner passiert, muss man selbst beantworten. Dazu kommt der datenschutzrechtliche Teil, weil Name, Adresse, E-Mail und Telefonnummer an einen Dritten gehen: eigener Auftragsverarbeitungsvertrag mit jedem Carrier, dokumentierte technische und organisatorische Maßnahmen, und eine Entscheidung darüber, welche Empfängerdaten überhaupt übertragen werden. In Shipping 2.0 ist das je Versandart schaltbar, und die Verträge liegen bei uns.
Der Kalender. GLS schaltet zum 31.12.2026 die alte WebAPI ab, DPD wechselt Anfang 2027 auf die Meta API, die alte DHL-Schnittstelle ist im Mai 2026 ausgelaufen. Dazu kommen laufend neue Services und geänderte Pflichtfelder. Das ist eine laufende Verpflichtung gegen den Release-Kalender von vier Carriern, keine einmalige Bauleistung.
@sebjo82, dein Punkt sitzt, und ich verteidige unsere Fehlerquote hier nicht. Der Unterschied liegt woanders. Wenn bei uns etwas bricht, merken es andere Händler am selben Tag, und es wird einmal für alle repariert. Bei einem selbstgebauten Tool merkt es einer mitten im Weihnachtsgeschäft und repariert es selbst. Den direkten Zugriff auf den Quellcode bezahlt man mit der Alleinverantwortung für alles, was daran hängt.
Wer automatisieren will, ohne die Carrier-Seite mitzuschleppen: an einer öffentlichen API für Shipping 2.0 arbeiten wir. Dann baut ihr euren Ablauf, und wir tragen die Zertifizierungen, die Pflichtfelder und die Schnittstellenwechsel.
Was ich anbiete
@KristinaS,
@Au3,
@BetterGarden,
@silent: schickt mir eure Kundennummer per Unterhaltung hier im Forum. Ich lasse euer konkretes Versandprofil durchrechnen, eure Tarife gegen unsere zentralen Konditionen, und sage euch auch, wenn ihr mit dem besser fahrt, was ihr habt.
@silent, dein Satz zu einem Paket, das den Wawi-Start und die reine Nutzung abrechnet, ist bei mir angekommen. Ich nehme ihn mit.
Für Tickets zu Shipping 2.0 nutzt bitte das Support-Portal in der App und nicht die allgemeine Hotline. Zielantwortzeit sind 48 Stunden, auch mit Shipping Start.
Viele Grüße
Christopher