Neu Zustandsänderung rechnet mit GLD statt mit EK in Artikelhistorie

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
790
83
Hallo,

da ich mich darüber gewundert habe, warum unser Lagerwert steigt, obwohl keine großartigen Wareneingänge stattgefunden haben, die dies rechtfertigen würden, habe ich das mal versucht nachzuvollziehen.

Tatsächlich ist es wohl so, dass bei einer Zustandsänderung eines Artikels nicht der EK, sondern der GLD des Ursprungsartikels verwendet wird. Wenn der GLD jetzt oberhalb des EKs liegt, findet eine künstliche Wertvermehrung statt.

Wir kaufen viel Retouren-, Posten- und B-Ware und arbeiten diese auf, so dass sich dann ein anderer Zustand ergibt. Es wird aber nicht der EK aus dem ursprünglichen Kauf der Ware bei der Buchung auf einen anderen Zustand verwendet, sondern einfach der GLD.

Gruß
Verkäuferlein
 

Enrico W.

Administrator
Mitarbeiter
27. November 2014
4.022
490
Ich sehe da das Problem, dass die Wawi den ursprünglichen Einkaufspreis exakt dieses Artikels gar nicht kennt.
Das mag im Einzelfall für dich logisch sein. Aber folgendes Szenario:
Du hast Artikel A zwei mal gekauft. Einmal für 10,- und einmal für 100,-. Alles, was die Wawi jetzt weiß ist, dass du diese Artikel für durchschnittlich 55,- gekauft hast.
Jetzt arbeitest Du einen dieser beiden Artikel auf. Welcher war das jetzt? der für 10,- oder der für 100,-?

Dementsprechend wurde der Lagerwert des Ursprungsartikels dann ja auch um 55,- reduziert, der Lagerwert des aufgearbeiteten Artikels wird dann um 55,- erhöht. Es erfolgt also letztlich eine reine Verschiebung.
 

Enrico W.

Administrator
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27. November 2014
4.022
490
Nein. Die Summe des Einkaufspreises für diese beiden Artikel ist 110,-
und die teilt sich auf zwei Artikel auf. Jeder wurde damit für durchschnittlich 55,- eingekauft.
 

Enrico W.

Administrator
Mitarbeiter
27. November 2014
4.022
490
Ja, der ist 10,- + 100,-
Der teilt sich auf zwei Artikel auf.
Somit hast du jeden Artikel für durchschnittlich 55,- gekauft.
Ja, ich weiß, dass der Durchschnitt, den man umgangssprachlich benutzt etwas anders gerechnet wird. Das geht aber nicht, wenn man hier einen Lagerwert berechnet. Deshalb heißt das Ding ja auch genaugenommen GLD - Gleitender durchschnittlicher Einkaufspreis.
 

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
790
83
Ich sehe da das Problem, dass die Wawi den ursprünglichen Einkaufspreis exakt dieses Artikels gar nicht kennt.
Das mag im Einzelfall für dich logisch sein. Aber folgendes Szenario:
Du hast Artikel A zwei mal gekauft. Einmal für 10,- und einmal für 100,-. Alles, was die Wawi jetzt weiß ist, dass du diese Artikel für durchschnittlich 55,- gekauft hast.
Jetzt arbeitest Du einen dieser beiden Artikel auf. Welcher war das jetzt? der für 10,- oder der für 100,-?

Dementsprechend wurde der Lagerwert des Ursprungsartikels dann ja auch um 55,- reduziert, der Lagerwert des aufgearbeiteten Artikels wird dann um 55,- erhöht. Es erfolgt also letztlich eine reine Verschiebung.
Na ja, beim Warenausgang (Verkauf) wird ja auch der älteste EK zuerst genommen, das wäre meines Erachtens auch das logische Vorgehen bei einer Zustandsänderung.

Du hast natürlich Recht, dass es dort verschiedene mögliche Konstellationen und Sichtweisen gibt, allerdings gibt es umgekehrt folgendes Problem:
Ich kaufe genau Deine beiden Artikel als B-Ware:
Artikel 1 für 100 Euro
Artikel 2 für 10 Euro

Jetzt stelle ich fest, dass Artikel 1 doch eher A-Ware ist, gleichzeitig verkaufe ich aber einen B-Ware Artikel. Artikel 1 habe ich zuerst eingekauft, also wird der EK mit 100 Euro angesetzt, obwohl ich tatsächlich Artikel 2 verkaufe.

Artikel 1 wird jetzt auf A-Ware umgebucht mit EK=GLD=55 Euro, damit habe ich dann 155 Euro EK obwohl ich nur 110 Euro bezahlt habe.

Kaufmännisch wäre es richtig, hier nicht mit dem GLD zu arbeiten, sondern nur anhand der EKs, auch dies löst zwar potenziell Probleme aus, da bin ich ja bei Dir, nur so vermehre ich meinen "Warenwert" auf unlogische Art und Weise.

Mein Problem ist halt, dass ich massenhaft Artikel für 0,57 Euro (EK) eingekauft habe, die aber beim Umbuchen mit 1 Euro (GLD) gerechnet werden. Wenn die Buchung dann über mehrere Zustände läuft, wird es langsam unübersichtlich und der Warenwert steigt.

Also folgendes Beispiel:
Artikel als Zustand "Posten" (EK 0,57 / GLD 1,00) gekauft, Artikel muss nur neu verpackt werden, wird also in Zustand "Neu verpacken" (GLD 2,0) umgebucht, danach wird er dann auf "A-Ware" (GLD 3,00 / EK 2,50) gebucht. Gleichzeitig wird festgestellt, dass ein "A-Ware" Artikel einen leichten Schaden hat und auf "B-Ware" gebucht.

Tatsächlich hatte ich einen EK von 3,07 Euro aufgrund der Buchungen in der Wawi liegt dieser aber nun plötzlich bei 5,00 Euro, das sind Luftbuchungen und macht wenig Sinn. Im Falle einer Bilanzierung würde ich dies sogar als hochproblematisch bezeichnen.

Den GLD dürfte man eigentlich nur heranziehen, wenn es keine andere Bewertungsgundlage gibt, die gibt es aber bei Artikeln, die über einen WE gelaufen sind und diese Artikel dürften sich weder künstlich (nur dann macht der GLD Sinn) noch im EK vermehren, so dass es auch immer zu jedem Artikel einen (wenn auch fiktiven) EK gibt, der aber nicht bei internen Buchungen mit dem GLD gleichgesetzt werden darf.
 

SebiW

Sehr aktives Mitglied
2. September 2015
1.162
268
Wieso setzt Du die 100 an wenn Du die Ware verkaufst und nicht den Gliding des tatsächlichen Lagerbestandes? Du hast Artikel 1 & 2 bereits im Lager, hast den Lagerbestand vermischt und deshalb muss der VK auch auf Basis vom Gliding abgearbeitet werden.

Tatsächlich musst Du doch auch die Produktionskosten (in Deinem Fall Nachverpackung) prinzipiell in den Lagerwert einbeziehen. Hast Du Produktiosnkosten von 50 Cent auf einem Artikel und Wareneinsatz von 50 Cent dann hat der fertige Artikel eben nicht mehr einen EK von 50 Cent sondern von einem Euro. Das gehört ja alles zu den Herstellkosten dazu und deshalb auch in die Lagerbewertung mit rein.

Wenn die Buchungsschritte in der Wawi einen höheren Wert ergeben als Du möchtest stellt sich doch die Frage: Wo kommen die GLDs in den Prozessschritten her, warum habt Ihr die so eingegeben und warum ändert Ihr sie nicht so, dass sie die Kostenstruktur Eurer Prozesse richtig abbilden?

A-Ware zu B-Ware ist ja eine normale Abschreibung, die muss einfach nur sauber dokumentiert sein.

Ehrlich gesagt verstehe ich Dein Problem hier nicht ganz, da wir selber aber einige Produktionen am Laufen haben versuche ich Deinen Denkansatz zu begreifen, kann ja durchaus auch sein, dass wir hier was falsch machen.
Und falsch ist immer doof wenn Steuer im Spiel ist ;)
 

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
790
83
Nicht ich setze die 100 Euro an, sondern die Wawi macht das (ältester EK wird zuerst ausgeliefert).

Der GLD ist ja ein rein statistischer Wert, den man natürlich, wenn es keinen plausiblen Wert gibt als EK bzw. Einstandspreis verwenden kann.

Natürlich hast Du Recht, dass theoretisch auch der Arbeitszeitaufwand und eventuell verwendete Materialien einfließen müssen, so aufwendig wollte ich es jetzt aber gar nicht machen.

Wie der GLD genau zu Stande kommt, kann ich Dir nicht sagen, da muss schon vorher in den Berechnungen etwas schief gelaufen sein bzw. ist dieser wahrscheinlich beim Erstellen des Zustandsartikels mit vom Hauptzustand übernommen worden und dann später durch die Wareneingänge reduziert worden.

Allerdings verändert eine Zustandsänderung auch nicht den GLD bei dem Ziel-Zustandsartikel (halte ich erstmal für in Ordnung, da beides richtig sein könnte und der Artikel ja nun auch den Wert=GLD des Zielartikels haben könnte). Darüber kann man sich aber ebenfalls streiten.

In der Artikelhistorie scheint mir aber einiges im Argen zu sein, denn auch bei Umbuchungen aus dem Standardlager ins WMS-Lager wird der GLD statt des EK verwendet und vor allem wird erst im WMS-Lager ein Eingang gebucht und danach der Ausgang im Standardlager, man hat also kurzzeitig eine viel größere Menge im Lager, als tatsächlich vorhanden ist.

Eine saubere Ermittlung des Lagerwertes (nach EK oder GLD) ist derzeit glaube ich nicht wirklich möglich.
 

SebiW

Sehr aktives Mitglied
2. September 2015
1.162
268
Nur um Dich richtig zu verstehen, wo setzt die Wawi im Verkauf denn den EK und nicht den GLD an? In irgendeiner Statistik? Das scheint ja der Knackpunkt zu sein und hier verstehe ich Dich nicht.

Zumindest bei uns verhält sich der GLD absolut richtig beim Buchen der Eingangsrechnungen, das habe ich mittlerweile schon dutzendfach geprüft.
Hast Du einen Artikel auf Lager, der GLD steht auf 10€ und derselber Artikel kommt nochmal mit nemm EK von 20€ dazu steht der GLD danach bei uns stets korrekt auf 15€.

Der GLD ist, solange Du keine Seriennummerartikel oder Chargenartikel hast, also mit vermsichtem Lagerbestand arbeitest, ja der einzig sinnvolle Wert.
Die Artikel werden vermischt gelagert, stehen so als Buchwert drin und GLD x Menge bildet den derzeitig im Lager befindlichen Wert korrekt ab.

Den GLD kannst Du übrigens auch einfach händisch korrigieren, das ist ein frei beschreibbares Feld. Und auch Umbuchungen von Lager 1 auf 2 müssen den GLD verwenden. Das System kann ja nicht wissen ob Ware Eingangsrein ist.

Btw: Macht Ihr die Umlagerung mit dem Umlagerungssytem der Wawi? Dann ist es klar, dass die Ware im WMS ist wenn Ihr dort erst einlagert bevor die Ware im anderen Lager im System versendet wird.

Danke für Deine Erklärungen, wie gesagt, ich versuche wirklich das zu verstehen, gerade in Grenzbereichen hat die Wawi ja doch einige Eigenheiten...
 

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
790
83
Hehe, jetzt hab ich's glaube ich endlos verkompliziert, bzw. ist es bei Dir vermutlich ein etwas anders gelagerter Fall.... ;)

Wir arbeiten mit einem WMS-Lager und hatten bis vor kurzem parallel noch ein Standardlager (ein paar Reste sind da noch drin) und ein externes Lager beim Lieferanten (auch Standardlager).

Der GLD dient bei uns eigentlich nur zu statistischen bzw. kalkulatorischen Zwecken (VK > GLD = Alles OK / VK < GLD = Problem) bzw. zum Vergleich EK / GLD. Dementsprechend verändern wir den GLD auch nicht manuell (was man für Produktionszwecke natürlich tun kann).

Wir haben aber von den gleichen Artikeln reguläre Sortimentsware (A-Ware), B-Ware, Posten-Ware, Umpackware. Die Ware kann also zwischen den Zuständen springen bzw. auch in einem Zustand eingekauft werden und in einen anderen Zustand wechseln und verkauft werden.

Die Zustände haben aufgrund der unterschiedlichen EK-Preise aufgrund des Zustands und unterschiedlicher Mengen sehr hohe Schwankungsbreiten (im niedrigen Euro-Bereich) beim EK und teilweise auch beim GLD.

In der Artikelhistorie in der Wawi wird jetzt beim Einkauf der tatsächliche EK aus dem Wareneingang verbucht. Ändere ich dann jedoch den Zustand, wird der Artikel auf den anderen Artikel umgebucht. Als EK wird bei dieser Buchung der GLD des Ursprungszustandes verwendet.

Der EK / GLD des Ursprungszustandes hat aber im Rahmen der Buchung keinerlei Auswirkung auf den GLD des Zielartikels. Das ist auch soweit in Ordnung, weil der Wert durch die Änderung des Zustandes ja vermutlich auch gestiegen ist und eine Veränderung des GLD über den EK in einem anderen Zustand den GLD verfälschen würde.

Allerdings habe ich jetzt keine Möglichkeit mehr realistisch nach EK bzw. Einstandspreis zu bewerten, weil dabei GLD / EK / Einstandspreis vermischt werden.

Es mag auch sein, dass es sich dabei um ein Problem des WMS oder der WMS Mobile App handelt, welches nur in der Artikelhistorie in der Wawi zum Vorschein kommt, aber bei uns wird jede Artikelbewegung in der Artikelhistorie einer Eingangsbestellung und damit einem eindeutigen EK zugeordnet, der durch die Zustandsänderung nun aber hinten und vorne nicht mehr stimmt.

Wenn ich mir den Lagerwert im Dashboard anzeigen lasse und dabei "EKNetto" als Grundlage auswähle, gehe ich natürlich davon aus, dass mir hier der tatsächliche EK-Wert angezeigt wird, das ist aber nicht der Fall.

Des Weiteren ist es natürlich nicht ganz in Ordnung, wenn ich einen Artikel 1x zu 100 Euro eingekauft habe und möglicherweise 1000x zu 10 Euro in einem anderen Zustand, den Artikel dann pauschal mit 100 Euro zu bewerten. Das kann aber so oder auch andersherum passieren, wenn man viel zwischen den Zuständen hin- und herbucht und nicht immer den GLD im Blick behält.

Folgende fiktive Konstellation:
A-Ware (EK aktuell 100 Euro / GLD 110 Euro)
B-Ware (EK 75 Euro / GLD 85 Euro)
Doch noch ganz gut (EK 20 Euro / GLD 25 Euro)
Schrott (EK 5 Euro / GLD 7,50 Euro)

Je nachdem wie ich buche, kann ich meinen Lagerwert massiv steigern oder senken. Buche ich von "Schrott" auf "Doch noch ganz gut" liegt der EK bei 7,50 Euro, buche ich dann auf A-Ware, liegt der EK bei 25 Euro. Stelle ich dann fest: Hoppla verklickt, war doch "Schrott", habe ich plötzlich einen Schrott-Artikel am Lager, der einen EK von 110 Euro aufweist aber für 5 Euro eingekauft wurde und nach GLD 7,50 Euro wert ist.


2. Punkt

Umlagerung (unabhängig von der oben beschriebenen Problematik):
Die Umlagerung liefern wir natürlich zunächst im Startlager über die Wawi (da Standardlager) aus und buchen Sie in der WMS Mobile App bzw. im WMS ins Ziellager. Dennoch wird zuerst der WE im Ziellager in der Historie gebucht und anschließend der WA im Startlager. Es verdoppelt sich also kurzzeitig die Menge aus dem Startlager.

Da es sich beim Startlager um ein Standardlager handelt, ist es in diesem Fall wahrscheinlich die einzige Möglichkeit, den GLD als EK heranzuziehen. Man könnte aber natürlich auch den letzten EK mit der Menge abgleichen und dann den letzten EK verwenden.

Je nach Umschlag und Preisschwankungen ist der GLD ja nicht immer wirklich aussagekräftig zum EK oder Wert der Ware.


Ich hoffe man versteht jetzt etwas besser, was ich meine.
 
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Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
790
83
Ja, der ist 10,- + 100,-
Der teilt sich auf zwei Artikel auf.
Somit hast du jeden Artikel für durchschnittlich 55,- gekauft.
Ja, ich weiß, dass der Durchschnitt, den man umgangssprachlich benutzt etwas anders gerechnet wird. Das geht aber nicht, wenn man hier einen Lagerwert berechnet. Deshalb heißt das Ding ja auch genaugenommen GLD - Gleitender durchschnittlicher Einkaufspreis.
@Enrico W. Konntet Ihr das Problem anhand meiner Erläuterungen nachvollziehen und wird dies irgendwo als Ticket geführt? Es wird sonst nahezu unmöglich eine Bewertung nach Niederwertprinzip durchzuführen, wenn EK und GLD beliebig vermischt werden.

@Peter B. Zur Aufklärung Eures kleinen Missverständnisses: Enrico schreibt

Dementsprechend wurde der Lagerwert des Ursprungsartikels dann ja auch um 55,- reduziert, der Lagerwert des aufgearbeiteten Artikels wird dann um 55,- erhöht. Es erfolgt also letztlich eine reine Verschiebung.
Richtig müsste es heißen:
Dementsprechend wurde der Lagerwert des Ursprungsartikels dann ja auch um 55,- reduziert, der Lagerwert des aufgearbeiteten Artikels wird dann um 45,- auf 55,- erhöht. Es erfolgt also letztlich eine reine Verschiebung.
Der Durchschnitt (arithmetisches Mittel) und der GLD (nach der Formel aus dem Guide) sind in diesem Fall identisch. Anders wäre es, wenn vorher bereits Wareneingänge mit unterschiedlichen EKs stattgefunden hätten.

@SebiW Konntest Du meine Schilderung jetzt nachvollziehen?
 

Verkäuferlein

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29. April 2012
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83
@Enrico W.
Na ja, wenn wir die Einkaufspreise mit 10 und 100 Euro haben und jeweils 1 Stück, dann haben wir 110/2 = 55 Euro (arithmetisches Mittel bzw. vereinfacht auch GLD).

Der eine Artikel kostete 10 Euro (+45 Euro) = 55 Euro (GLD)
Der andere 100 Euro (- 45 Euro) = 55 Euro (GLD)

Aber viel wichtiger ist die andere Thematik der Vermischung von GLD und EK. ;)
 
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Reaktionen: Peter B.

Enrico W.

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27. November 2014
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Rechnerisch hast Du Recht - aber ich meinte mit meiner Aussage etwas anderes.
Der Ursprungsartikel wurde um 55,- reduziert, als dort der Bestand von 1 ausgebucht wurde.
Derr zweite Zustandsartikel wurde um 55,- erhöht, weil dort der Bestand eingebucht wurde.

Und so lange das Produktionsmodul nicht so weit ist denke ich, dass sich deine Wünsche auch nicht wirklich umsetzen lassen.
 

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
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@Enrico W.
Nein leider (kaufmännisch: zum Glück) nicht, der Ausgang bei der Zustandsänderung wird mit dem tatsächlichen EK gerechnet (korrekt), der Eingang im neuen Zustand mit dem GLD (falsch) des Ausgangsartikels.

Und das ist ja der Kern des Problems. Es darf hier nur mit dem tatsächlichen EK gerechnet werden, nicht mit dem GLD.
Der GLD des Zielartikels darf durch die Buchung nicht verändert werden.
Die Bewertung im Zielartikel kann theoretisch nach GLD erfolgen, es muss aber auch eine Bewertung nach EK möglich sein (Niederwertprinzip).

Das hat auch nichts mit Produktionsmodul oder ähnlichem zu tun, sondern ist ein rein kaufmännischer Vorgang, der unabhängig von einer Produktion zu betrachten ist. Im Falle der Produktion müsste hier lediglich noch ein zusätzlicher Einstandspreis möglich sein, der wiederum aber weder mit GLD noch EK (kaufmännisch/statistisch) gleichzusetzen ist.
 

Enrico W.

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27. November 2014
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Ja, aber verstehst Du nicht? Die Wawi weiß nicht, welchen dieser Artikel du nun gerade veredelst. Einfach first in, first out darf hier auch nicht genommen werden. Deshalb kann sie auch nur mit dem GLD gerade arbeiten. Solche Szenarien sind aktuell schlichtweg nicht abbildbar - und doch -mit dem Produktionsmenü muss sowas auch überarbeitet werden - denn Du machst hier nichts anderes. Du nimmst Rohstoffe und veredelst diese.
 

Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
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83
Doch, ich verstehe sehr genau, was Du meinst. Es ist aber leider kaufmännisch aus meiner Sicht falsch und im Zweifelsfall das kleinere Übel, den von Dir aufgezeigten Nachteil zu ignorieren, weil dann zumindest die Gesamtrechnung stimmt.

Wie bereits beschrieben, setzen wir das WMS ein und wenn ich im WMS einen Artikel ausliefere, wird der "tatsächliche" EK des Artikels genommen und der Artikelausgang einer Eingangsbestellung zugeordnet. Das ist auch sehr einfach möglich, da ja der Lagerplatz und die Bewegungshistorie jedes Artikels bekannt ist.

Das gleiche Verhalten wäre auch beim einfachen Sortieren der Ware nach Zuständen erforderlich (wie gesagt, mag es sich hier ja um ein WMS-Problem handeln und für Buchungen innerhalb der Wawi selber ist dies anders gelagert). Wenn ich im WMS einen Artikel von einem zum anderen Lagerplatz umlagere wird ja auch nicht der GLD statt des EK genommen, weil ich den Artikel dadurch veredelt habe, dass ein Mitarbeiter diesen auf einen anderen Platz gelegt hat.

Jetzt können wir natürlich darüber diskutieren, was schlimmer ist, dass der Artikel mit einem falschen EK in einen anderen Zustand gebucht wird oder einfach ein komplett fiktiver Wert genommen wird. Das Problem entsteht aber aus der Vermischung von beidem.

Oder nochmal klar ausgedrückt: EK muss EK bleiben und GLD muss GLD bleiben (solange dies irgendwie möglich ist). Das Vorgehen müsste also so sein, wie du es beschreibst, die Wertminderung auf dem einen Zustand muss der Wertsteigerung in dem anderen Zustand entsprechen (allerdings auf EK-Basis). Gleichzeitig muss aber eine Auswertung nach EK und GLD getrennt möglich sein, was wiederum nur funktioniert, wenn der EK und nicht der GLD des Ursprungsartikels verwendet wird. Ansonsten hat man meiner Ansicht nach keinerlei Möglichkeit mehr die Ware korrekt zu bewerten.

Dein Argument mit der Veredelung lässt sich wie gesagt mit der Bewertung nach neuem GLD entkräften. Wenn ich also einen Artikel veredelt habe und dieser in den neuen Zustand wechselt, kann ich den Artikel nach (tatsächlichem) EK bewerten oder nach GLD des neuen Zustandes (was ja im Normalfall dem "Veredelungswert" entsprechen sollte). Der GLD des alten Zustandes ist dabei ein rein statistischer Wert, der nichts mit dem tatsächlichen Wert des Artikels zu tun hat.

Wie gesagt, gibt es meiner Meinung nach bilanzrechtliche Probleme mit dem aktuellen Vorgehen und es handelt sich nicht um ein "Das hätte ich gern so."

Siehe: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__253.html

Etwas ganz Anderes wird es wie gesagt im Falle der Produktion, wo es zusätzlich noch einen "Einstandspreis" inkl. Herstellungskosten geben müsste.
 
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Verkäuferlein

Sehr aktives Mitglied
29. April 2012
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@Enrico W. Konnten meine Ausührungen zum Verständnis beitragen, wo das genaue Problem liegt?

Ansonsten kann das hier eventuell nochmal ganz hilfreich sein, das Problem zu verstehen:
https://www.rechnungswesen-portal.d...gsverfahren-fuer-Vermoegensgegenstaende-.html

Am sinnvollsten fände ich nach FiFo (oder LiFo) zu bewerten, was aktuell in der Wawi/ WMS passiert ist aber eine Vermischung von gleitender Durchschnittsbewertung und gewogener Durchschnittsbewertung, verknüpft mit FiFo, so dass überhaupt keine sinnvolle Bewertung mehr möglich ist (siehe mein Beispiel in https://forum.jtl-software.de/threa...-mit-ek-in-artikelhistorie.127221/post-695580).
 

Enrico W.

Administrator
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27. November 2014
4.022
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Auch WMS weiß nicht, welchen Artikel du gerade nimmst, wenn beide Artikel auf ein und dem selben Lagerplatz liegen. Daher finde ich das weiterhin bedenklich, da einfach "irgend einen" zu nehmen. Ich verstehe Dein Anliegen durchaus, bin aber der Meinung, dass diese Thematik komplett neu konzipiert werden muss, wenn das wirklich Hand und Fuß haben soll. Ich werde den Kollegen bitten, der das Produktionsmodul entwickelt, sich das Thema mal genauer anzusehen.
Aktuell wirst Du weiter mit dem Thema leben müssen, denke ich - denn die Zustände und Zustandsänderungen sind für die Retouren entwickelt worden, nicht für Veredelungen und Produktionsprozesse. Daher darfst Du bitte auch nicht erwarten, dass diese Zustände und Zustandsänderungen hier so funktionieren, wie Du das gerade benötigst.