Hallo zusammen,
ich möchte hier meine Erfahrungen mit SQL Server 2025 Express auf Windows Server 2025 teilen, da wir nach tagelanger Analyse ein fundamentales Performance-Problem der SQL Server 2025 Engine identifiziert haben. Vielleicht hilft es anderen, die ähnliche Probleme haben.
Ausgangslage
- JTL-Wawi 1.11.7.0, frisch installiert
- Cloud Test Server (8 dedicated vCPUs, 16 GB RAM, NVMe SSD)
- Windows Server 2025 Standard
- SQL Server 2025 Express
- Datenbank quasi leer: ca. 100 Artikel, 380 MB Nutzdaten, unser Demodatenbank
Trotzdem war die
Wawi extrem langsam — sowohl über
RDP auf dem Server als auch lokal installiert mit Remote-DB-Verbindung. Wawi-Start dauerte ca. 2 Minuten, das Update von der Vorversion fast 2 Stunden. Jede Aktion in der GUI hing ständig.
Was wir alles getestet und ausgeschlossen haben
- Query Store: War aktiv und erzeugte Overhead → deaktiviert. Brachte leichte Verbesserung bei den Wait Stats, aber das Grundproblem blieb.
- Datendatei aufgebläht: 10,2 GB Datendatei für 380 MB Daten → geschrumpft. Kein Effekt auf die Geschwindigkeit.
- Verbindungsprotokoll: Von TCP (localhost,Port\Instanz) auf Shared Memory (Computername\Instanz) gewechselt → leichte Verbesserung bei lokaler Verbindung, aber grundsätzlich weiterhin langsam.
- Windows Defender Ausnahmen: Für JTL-Wawi.exe, sqlservr.exe, JTL.Worker.exe und Installationsordner gesetzt → kein messbarer Effekt.
- WPF Software-Rendering: DisableHWAcceleration für RDP gesetzt → kein Effekt.
- Hardware-Upgrade: Von shared vCPUs auf dedicated vCPUs gewechselt → kein Unterschied.
- PBKDF2 / SQL Authentication: SQL Server 2025 nutzt 100.000 SHA-512 Iterationen beim Login. Problem tritt aber auch mit Windows Authentication auf → nicht die alleinige Ursache.
- SSL-Verschlüsselung: SQL Server 2025 erzwingt encrypt_option=TRUE. Auch mit Encryption=Optional kein Unterschied.
- Trace Flag -T4671: Gesetzt → kein Effekt.
- Compatibility Level: Auf 160 (SQL Server 2022) gesetzt → kein Effekt.
- Mehrere SQL-Instanzen: Sichergestellt, dass nur eine Instanz läuft.
Wir haben SQL Server 2022 Express als zweite Instanz auf dem
gleichen Server installiert und die gleiche Metadaten-Abfrage auf beiden ausgeführt:
Abfrage: SELECT COUNT(*) FROM sys.objects; SELECT COUNT(*) FROM sys.columns; SELECT COUNT(*) FROM sys.indexes;
Auf der master-Datenbank (keine JTL-Daten, reine System-DB):
| SQL Server 2025 | SQL Server 2022 | Faktor |
|---|
| 957 ms | 106 ms | ~10x langsamer |
Auf der eazybusiness-Datenbank:
| SQL Server 2025 | SQL Server 2022 | Faktor |
|---|
| 1.007 ms | 119 ms | ~10x langsamer |
Reine Daten-Queries (SELECT aus tArtikel) laufen auf beiden Versionen in 3ms — der Unterschied betrifft nur
Metadaten- und DMV-Abfragen (sys.objects, sys.columns, sys.indexes, sys.dm_exec_connections, etc.).
Da die Wawi bei praktisch jeder Aktion hunderte solcher Metadaten-Abfragen ausführt, multipliziert sich der 10x-Overhead zu einer insgesamt extrem langsamen Anwendung. So zumindest meine Vermutung.
SQL Server 2025 Express hat auf unserem System ein fundamentales Performance-Problem bei Metadaten-Operationen. Das Problem ist
nicht JTL-spezifisch (tritt auch auf der master-DB auf), sondern liegt in der SQL Server 2025 Engine selbst. Wir werden auf SQL Server 2022 Express migrieren weiterhin, bis das geklärt ist und 2025 nicht einsetzen in der Express Variante.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Oder läuft SQL Server 2025 bei euch problemlos?
System-Info:
- 8 dedicated vCPUs, 16 GB RAM, NVMe, etc
- Windows Server 2025 Standard
- SQL Server 2025 Express (Instanz: JTLWAWI, Port: 49222)
- JTL-Wawi 1.11.7.0, während des Test Upgrade auf 2.0.1