Neu JTL samt Kaufland & TikTok kurz hochschießen und dann schließen/abverkaufen?

Stephan K.

Sehr aktives Mitglied
14. Mai 2014
1.256
298
Hey Leute,

ich bräuchte mal eine kurze, schräge b2b-Rückmeldung von euch:

Vor zwei Jahren habe ich krankheitsbedingt Kaufland runter gefahren, obwohl da viel mehr ging als auf eBay. Seitdem habe ich Kaufland ruhen lassen.
Diesen Dezember leider nochmal eine psychische Schwächephase, die jetzt erst überwunden ist. Sollte ab jetzt auch stabil laufen. :thumbsup: Freundin weg, Zulieferer im Stich gelassen (14 Jahre Beziehung), paar andere Themen...

Ihr habt vielleicht mein Inventar o.ä. in nem anderen Post gesehen, das ich versuche zu verkaufen.
Young Fashion Damenmode primär Größe 36, Kollektion mindestens zwei Jahre alt, zwischen zwei Jahren und zehn (z.B. langjährige Bestseller).

Ich habe also dieses Jahr Amazon herunter gefahren, denn da hat das Geschäft trotz steigenden PPC-Kosten stark geschwächelt und sich nicht mehr gerechnet. Erst recht, seitdem man für die Kunden die Rücksendekosten zahlen muss. Das waren ca. 12 € pro Retoure (Hin- und Rückversand, Bearbeitung, Versand etc) und somit deutlich zu teuer für mich.

Nun habe ich zwischenzeitlich meine Erfahrungen mit Restposten-Aufkäufern gesammelt und ich sage es mal so: Für meine 185.000 Teile (davon ca. 20% Bestseller) bekomme ich 30.000 €
So schlecht hätte ich den Markt nicht eingeschätzt.

Mietvertrag gekündigt Ende März (verlängerbar).
JTL gekündigt Ende März (verlängerbar)

Lohnt sich die Schnellsuche nach einem eCommerce Menschen, der mir auf die Schnelle fürs erneute hochziehen mit Kaufland & TikTok hilft oder eher nicht? Ich bräuchte dann noch 2-3 Influencerinnen.
KI kann helfen.

Ich meine: Ein Bestseller sind Jogginganzüge (EK 17 €), die früher für 50 € auf Amazon verkauft wurden. Heute ist das allg. Preisniveau dafür 30 €. Aber selbst, wenn ich die für 10 € verkaufe (mit theoretisch 0% Retourenquote), hätte ich bei 3.500 Stück schon 35.000 € und mehr als das gesamte Warenlager bei Restposten

Ich bin psychisch als Solo-Selbstständiger einfach etwas k.o., die Aufkäufer spielen auch noch ihre Verzögerungstaktiken an mir aus und dafür bin ich gerade echt nicht gemacht.
Daher dieser schnelle Kurzschlussgedanke: Das, was gerade so geht und angesagt ist, schnell hoch fahren, für 2-3 Monate? Alles günstig abverkaufen? Bundles und Deals schaffen?

Miete wären 12.000 €
JTL ca. 1.200 €
Personal (?) Versand mache ich selbst, höchstens ein "Manager" auf Eigenrechnung oder Influencer - 12.000 für drei Monate

Ich bin mir akut unsicher, da mein Kopf gerade woanders ist, aber ich auch massiv bluten gelassen werde von eiskalten Russinnen, gewieften Niederländern und auch zwielichtigen Deutschen... es ist also gerade nicht meine Welt, unabhängig von der Nationalität.

Dass ich geschäftlich nicht klug gehandelt habe, ist mir klar. Ich sah damals erstmal keine andere Wahl als runter zu fahren.

Danke für jede positive Meinung, die mich erreicht!

Viele Grüße

Stephan
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
5.396
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Hoffe dir geht es jetzt wieder gut!

Restposten:
wir kauf(t)en auch Restposten (anderer Bereich), ausschließlich von gescheiterten Mitbewerbern.
Je mehr ich von denen wusste (negatives, Zeitproblem, Geld Probleme etc), desto billiger war mein Angebot. EK -50% bis -90%
Restposten (noch dazu altes Zeug) birgt halt ein gewisses Risiko. Kennt man die "Schwachstellen", ist es halt auch einfach, dadurch etwas "Druck" auszuüben.
Ich finde deine Transparenz wirklich toll, viell. - geschäftlich - ... jetzt nicht so ganz vorteilhaft.
Echte Restpostenkäufer geben dir halt nichts, ist ja nichts neues.

Fashion ist halt mit einer beschissenen Retourenquote behaftet. Bei 17 EK und einem Ama VK von 30 ist halt nicht wirklich Spielraum (inkl. Retourenkalkulation).
Influencer (vernünftige!) mit entsprechender Reichweite kosten halt auch wieder, das wirst dir nicht Leisten wollen/können.

A
Du musst halt für dich entscheiden, ob du noch Zeit/Geld/Kraft hast, um den Abwicklungsprozess selbst zu machen.
Dann einfach scharf kalkulieren und noch ein letztes Mal Gas geben.

B
Mit Restpostenkäufern verhandeln und einfach weg mit dem ganzen Müll (aus deinem Lager und aus deinem Kopf) -> Minus schlucken und es mit deiner "Freiheit" bezahlen.

C
Viell. sich irgendwo einmieten mit irgendwelchen Vereinbarungen (royality, preis/paket....). Hängt halt von deiner Umgebung ab, deinen notwendigen Lagerkapazitäten etc.
Dann könntest - vielleicht - noch deine Kosten minimieren...


Kopf hoch, ein letztes mal! Such für dich die beste Variante (gibt sicher noch ein paar mehr, keine Frage).
Vergiss nicht, dass dich alles noch belasten wird/kann und Geld (-ROI) in dem Umfang (vermutlich) nicht kommt, aber dich viell. wieder gedanklich rausbringt aus dem ganzen und dir eine Last abnimmt (die oft nicht mit Geld aufzuwiegen ist).

Alles gute Stephan.
 
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Stephan K.

Sehr aktives Mitglied
14. Mai 2014
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Hey Hula,
danke für deine ehrliche Meinung.

Ja, die Option A brächte am meisten Geld. Es sind ja wirklich noch viele Dinge dabei, die Geld bringen. Nur bin ich erstmal etwas ausgebrannt und brauche einfach Rückendeckung. zu zweit ist vieles leichter und einfacher.
Das war mein Problem an der ganzen Sache: Es 12 Jahre fast ohne Hilfe aufzubauen. Der Urlaubsmangel macht sich halt leider bemerkbar. Auszeiten, Ideen für frischen Wind usw.
Bei den Influencern/Social Commerce hat mir die Muße und der Glaube gefehlt; da merkte ich jetzt, dass sich dahingehend sehr vieles entwickelt.
Daher der Gedanke, das mit jemandem zu machen, der mehr Ahnung hat als ich dabei und man das in 3 Monaten abwickeln kann.

Genau das, was du beschreibst, ist dann wohl auch mein Problem: Ich bin zu ehrlich und aufrichtig und das wird ausgenutzt.
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
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Bei den Influencern/Social Commerce hat mir die Muße und der Glaube gefehlt; da merkte ich jetzt, dass sich dahingehend sehr vieles entwickelt.
Hab keine Erfahrung in diesem Bereich mit Influencern/Social Media, aber denke nicht, dass solche Dinge dort wirklich gehen (Brand Faktor, "alte" Kleidung etc).

Genau das, was du beschreibst, ist dann wohl auch mein Problem: Ich bin zu ehrlich und aufrichtig und das wird ausgenutzt.

Dem ist (leider) nichts hinzuzufügen.

Daher der Gedanke, das mit jemandem zu machen, der mehr Ahnung hat als ich dabei und man das in 3 Monaten abwickeln kann.
Sollte halt dann auch wirklich alles vertraglich festgelegt werden, damit du nicht wieder über den Tisch gezogen wirst.
Aber mit 3 Tagen vor Ende von Lager/JTL bist halt jetzt schon auch recht "knapp" dabei....
 
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MichaelH

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17. November 2008
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Geld bleibt Geld, klar.
Doch du bist ja fähig, das hast du bewiesen.

Ich an deiner Stelle würde alles verramschen, weg damit, kein Neid dass andere Kohle damit machen, sofern es überhaupt der Fall ist.

Mich erholen.
Und dann mit den wertvollen Erfahrungen die ich gemacht hatte überlegen was ich neu und besser beginnen bzw. tun kann.

Jobwechsel ? Als IT-Fachmann ? Oder Gitarre lernen und Kelly-Family spielen. Alles ist möglich ... ;) ... ein Neustart ist wie ein neues Leben.
Nutze es, statt vergrämt zu sein.

Bei mir war es umgekehrt, ich war IT-Fachmann, selbständig, keine Lust mehr, alles ordentlich beendet.
Hatte alle meine Hobbys zum Beruf gemacht (Natur, Musik, Yoga, Reisen, sogar ein Buch geschrieben, arg wenig verdient (10% von zuvor) doch war mir egal) und dann baute sich der Shop auf, alles ungeplant und nun sitze ich wieder am PC, anstatt ... aber ich klage nicht. ;)
 
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Stephan K.

Sehr aktives Mitglied
14. Mai 2014
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298
Ich habe ne "Flohmarkt-Verkäuferin", bei der ich mal so zugeschaut habe und die drei Mal vor Ort war und gekauft hat bei mir. Das läuft tatsächlich ganz gut. Die Arbeit ist an Videos nicht zu unterschätzen... täglich mehrere Stunden.

Prinzipiell ist das Loslassen schon das schwierigste, da gebe ich dir recht. Aber selbst, wenn ich nur 1 € pro Artikel verlangen würde, wäre das mehr, als man von Restposten-Ankäufern bekommt. Die Ware ist schon noch okay.
Und wer nicht unbedingt die neueste Mode braucht, wird damit mehr als glücklich.

Sagen wir es so: Psychische und private Probleme haben mich erstmal k.o. geschlagen.
Nun stehe ich wieder auf, suche Ausbildung (Studium mit 41 ist nicht mehr so geil, duales Studium vielleicht; bin hochbegabt, aber traumatisiert) und habe nicht so viel Erspartes, wie man denken könnte nach 12 Jahren Selbstständigkeit. Bin dem falschen "Gott" gefolgt und habe an die Entwicklung geglaubt, alles in die Firma gesteckt, fast 1 Mio. € Umsatz ganz alleine und dann nach Corona hat er abgebaut und das Geschäft ja allgemein und war dann weg (ab nach Dubai).

Wollte quasi in meiner Traurigkeit zuerst alles "verschenken," da Fast Fashion und Synthetik. Aber... man sagt mir, alleine kann ich die Welt nicht retten und ich solle nicht alles verschenken, schließlich habe ich das alles ganz alleine aufgebaut und jahrelang dafür geschuftet und mir angetan. Stimmt auch.
Dennoch: Wir alle tragen unseren Anteil dazu bei, dass die Welt eher explodiert und abraucht, als noch super lange friedlich koexistiert mit allen Spezies und Arten, die es gibt... China hat nen 5 Jahresplan, der bei Erfolg ganz Europa in die Armut ziehen wird...

Am liebsten - ernsthaft - würde ich ein Wiederaufforstungsprojekt oder Nachhaltigkeit in Afrika leiten oder so. Einfaches Leben, dankbare Menschen. Ist aber tatsächlich ohne Ausbildung gar nicht so einfach. War halt als Autodidakt in der Selbstständigkeit kein Problem...

Also: 190.000 Artikel. Selbst für 50 Cent wäre es toll, alles auf einen Schlag los zu bekommen. Für Aufkäufer wirkt das aber wohl wie C-Ware, obwohl alles A-Ware ist.

Ich bin halt gerade nicht ich selbst, eher schwach, komme gerade wieder hoch, hab in drei Monaten viel Zeit verloren, suche Kooperation, Partner oder sonstwas und vielleicht hat ja jemand Ahnung oder so.
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.631
1.964
Studieren muss man nicht, wenn man schon was kann oder Talent und Fleiß hat.

Also auf Märkten kann man schon verkaufen und hat noch direkten Kundenkontakt.
Wenn du da jedesmal ein paar Teile zum halben Preis loswirst, bleibt schon was hängen.

Also sortieren ? Ramsch verhökern und deine Bestseller selbst auf Märkten verkaufen ?
Bringt dir Erholung, macht Spaß, direkten Kundenkontakt, ggf. "auf Reisen", ganz anders als dein bisheriger Alltag.

"Also: 190.000 Artikel. Selbst für 50 Cent wäre es toll, alles auf einen Schlag los zu bekommen. Für Aufkäufer wirkt das aber wohl wie C-Ware, obwohl alles A-Ware ist."
Das klingt wie "jeder braucht in der Woche 1 Rolle Klopapier, ich werde ab sofort Klopapier verkaufen, denn der Markt ist ja riiiiesig, 80 Mio x 1 x 52 = 4.1 Mrd Rollen, wenn ich nur 1% davon verkaufe, dann ..." ;)
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
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Flohmarkt mit 190k Artikel im Bereich Fashion...wie lang stehst da? 1y? 3y? 5y?
Und das Lagerproblem besteht weiterhin.

Also: 190.000 Artikel. Selbst für 50 Cent wäre es toll, alles auf einen Schlag los zu bekommen. Für Aufkäufer wirkt das aber wohl wie C-Ware, obwohl alles A-Ware ist.
190k Artikel kaufen, katalogisieren, verwalten, Fotos, Beschreibungen, einstellen irgendwo... das kostet ja auch Unmengen an Zeit/Geld.

Mach dir von den angeführten Punkten pro/contra Listen.
Überleg dir, was du noch wirklich investieren willst an Zeit/Geld.

Du musst dich zu irgendwas commiten.
Selber verkaufen -> Zeit, Kraft, Kosten
An X verkaufen -> schäbiger Preis aber draussen
 
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