Ob Entscheidungen intern einstimmig getroffen werden oder nicht, ist für die Kritik völlig irrelevant. Selbst wenn alle Anteilsinhaber zustimmen, wird eine schlechte Entscheidung dadurch nicht plötzlich richtig. Es zeigt nur, dass alle denselben Kurs mittragen. Und natürlich haben Anteilsinhaber ein klares Eigeninteresse: Mit ihrem Investment möglichst schnell möglichst viel Geld zu verdienen. Genau deshalb werden solche Maßnahmen am Ende mitgetragen, weil sie kurzfristig die Rendite steigern. Das ist keine Überraschung, sondern das übliche Muster.
Und machen wir uns nichts vor: Wenn ein Investor wie HG mit hoher Wahrscheinlichkeit den größten Einfluss hat, dann geben kleinere Beteiligte in der Praxis nicht den Takt vor. Wer die Mehrheit oder den maßgeblichen Hebel hat, hält bei solchen Entscheidungen die Zügel in der Hand. Da kann man sich das Gerede von angeblicher Einstimmigkeit auch sparen, wenn die Richtung faktisch ohnehin von der Seite vorgegeben wird, die vor allem auf maximale Monetarisierung aus ist.
Und zu deiner Frage, was ich angeblich beigetragen habe: Es ist schon bemerkenswert, wie du so tust, als dürfe nur derjenige Kritik äußern, der zuvor öffentlich als Beta-Tester, Forenheld oder unbezahlter Supporter aufgetreten ist. Kannst du überhaupt beurteilen, was ich in der Vergangenheit über den Bugtracker oder über Tickets beigetragen habe? Nein. Du unterstellst Dinge ohne jede Grundlage.
Ich bin langjähriger zahlender Kunde. Allein dadurch habe ich über Jahre meinen Beitrag geleistet — indem ich das System genutzt, dafür bezahlt, Fehler gemeldet, mich mit Problemen herumgeschlagen und JTL wirtschaftlich mitgetragen habe.
Denn genau das wird hier von einigen gerne vergessen: Nicht nur die Leute, die im Forum aktiv waren, haben zum Erfolg beigetragen. Auch die vielen Händler, die die Software täglich im echten Betrieb eingesetzt, Ausfälle, Bugs und Umwege in Kauf genommen und JTL trotzdem die Treue gehalten haben, waren Teil dieses Fundaments. Ohne diese zahlenden Bestandskunden hätte sich das System weder etabliert noch in dieser Form wachsen können.
Man muss keine 30 Forenbeiträge geschrieben haben, um ein Recht auf Kritik zu haben. Entscheidend ist, dass man jahrelang Kunde war, Geld bezahlt hat und die Entwicklung unmittelbar im eigenen Alltag zu spüren bekommt. Und genau deshalb nehme ich mir auch das Recht heraus, klar zu benennen, wenn aus einer früher noch nachvollziehbaren Preispolitik inzwischen ein Modell geworden ist, bei dem etablierte Funktionen in höhere Tarife verschoben werden, um Kunden gezielt zum Upgrade zu drängen.
Und man sollte außerdem nicht so tun, als wäre das jetzt die erste harte Preisschraube unter HG. Es gab bereits zuvor eine Preiserhöhung, die viele Händler faktisch zur Kündigung gedrängt hat — in einzelnen Fällen mit sehr sehr massiven Preissteigerungen. Wer das ausblendet, ignoriert bewusst, warum die Stimmung bei vielen langjährigen Nutzern inzwischen so aufgeheizt ist.
Wenn dir das nicht passt, ist das dein Problem. Aber so zu tun, als seien nur diejenigen relevant, die öffentlich im Forum mitdiskutiert haben, ist schlicht realitätsfremd.