Neu Wie handhabt ihr falsche Kundenretouren?

Notebookpartstore

Gut bekanntes Mitglied
17. März 2013
296
20
HI zusammen,

in den letzten Monaten häufen Sich bei mir solche tollen Käufe die bei eBay oder Ama mit der Begründung "Defekt" oder "Meinung geändert" retourniert werden.
Soweit hab ich auch kein Problem... wenn es denn wenigstens auch der Artikel wäre, welchen ich an den Kunden gesendet habe. Schließlich wird die Seriennummer schon auf den Lieferschein aufgedruckt.

Fall 1
Kunde kauft Mainboard, macht bei Ama eine Rücksendeanfrage auf mit der Begründung "inkompatibel" und schickt mir ein defektes Board (mechanisch beschädigt), fehlenden Teilen und anderer Seriennummer zurück.

Fall 2
Kunde kauft einen Speicher (auf welchem von uns ein Sicherheitsetikett angebracht wurde) und schickt einen Speicher mit Wasserschaden zurück. Auf der Rücksendung klar zu erkennen, dass das Etikett mit aller vorsicht abgemacht wurde und auf den Speicher an anderer Stelle geklebt wurde.

Spricht man die Kunden drauf an, dann wissen die von nix und behaupten felsenfest, dass die die Ware genau so erhalten haben.
Dieselben Späße habe ich mit allen möglichen Artikeln in den letzten Monaten erlebt.

Ich habe mir zwischenzeitlich angewöhnt von den meisten Artikeln vor dem Versand ein Foto zu machen und zu speichern. Allerdings ist mir der Aufwand hierzu einfach zu enorm.

Wie handhabt ihr das?

Grüße
Fabian
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.649
1.966
Kommt auf den Wert der Artikel an ob es lohnt sich zu streiten.

Wenn ja, dann hast du die Lösung schon in dem du Fotos machst, diese einfach speicherst und mit den Versanddaten findest du die Fotos auch wieder.
Dann sendest du beide Fotos (alt und neu) an den Kunden und begründest somit deine Ablehnung.
Auf Wunsch und seine Kosten sendest du ihm das falsche Teil wieder zurück.

Sofern die Zahlung ein Konfliktfall wird (oder offen ist), dann übergibst du es einfach ans Inkasso.

Mit dieser Vorgangsweise rechnet wohl kein vermeindlicher Betrüger und wird vermutlich klein beigeben, denn es wäre ein Betrugsversuch.

Also nach ggf. erfolglosem Inkasso oder Mahnung übergibst du den Fall als Betrugsanzeige, mit vorheriger Info an den Kunden, dass du es tun wirst.
Die Beweise hast du ja.

In Summe muss dein Schaden größer sein als der Aufwand den du hättest - je nachdem wie weit du tatsächlich gehst nach der Übergabe deiner Unterlagen an den Kunden und dem "Verdacht auf Betrug", den du damit belegst.

Es gibt viele Möglichkeiten, nett. offen und doch bestimmend formuliert wird sich der normale Kleinbetrüger rühren.
Vorab die Bonität prüfen wäre sinnvoll, denn wo nichts ist, kann man nichts holen - außer einer Vorstrafe.

Wir hatten das so und ähnlich alles schon (andere Ursachen als bei dir). Ich bin da eher konsequent und mein Inkassobüro auch. Kostet mich 0 Euro, daher ist es nur Zeitaufwand.

Soll heißen - es gibt immer Leute die irgendwie für nichts was bekommen wollen, was im Online-Handel einfacher ist als vor Ort.

Es gibt Foren / Seiten in denen solche Info ausgetauscht wird, wo kann man wie abzocken.
Das hatte ich durch einen der geprahlt hatte erfahren und seit da ziehe ich das durch, damit klar wird: Nicht mit mir.
Und wir hatten bald danach weniger Probleme. Es war ein eher kurzzeitiges Phänomen.

Daher - je mehr hier konsequent sind um so weniger Fälle wird es geben.

Ich liefere immer noch auf Rechnung, meine Stammkunden und auch Neukunden mögen diesen Vertrauensvorschuss und deshalb wird es auch so bleiben.
 

RCE

Aktives Mitglied
31. Januar 2018
99
7
Es gibt Foren / Seiten in denen solche Info ausgetauscht wird, wo kann man wie abzocken.
Hast Du da ein Beispiel? Gerne auch als PN. (Nein, ich will nicht abzocken ;) , ich möchte gerne wissen, was für Kunden man da erwarten kann).
Bei uns schein es auch eine Reihe solcher Kunden zu geben, da wird reklamiert, dass wir fehlhafte Produkte geliefert hätten, dabei wurden wahrscheinlich beim Einbau oder beim Gebrauch Fehler gemacht. Aber wie soll man das beweisen?
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.649
1.966
Nein, habe ich nicht, das hat er natürlich nicht gesagt, nur damit geprahlt.
Dinge wie Darknet & Co, damit befasse ich mich nicht, aber irgendwo in diesem Dunstkreis wird sowas zu finden sein.

Zudem war das einer mit Identitäts-Diebstahl - inkl. Ausweiskopie etc. bla bla. - also auch auf zugesendete Dokumente, Name, etc. kannst du nicht vertrauen.

Und in deiner Branche mit Elektronik, da tummelt sich sicherlich einiges das man nicht haben will.

Ich bin im Lebensmittelbereich, da geht es mehr darum, dass sich völlig abgezockte ihre Wochenration zum Futtern bestellen (wollen) oder sie verkaufen die Lebensmittel dann und kommen so wieder zu (etwas) Geld.
Die Vorgangsweise wie sie das anstellen kennen wir aber mittlerweile.

Und die Kripo ist da aktiver als man denken mag, wir haben sogar schon nicht geöffnete Lebensmittel über die Kripo beschlagnahmt erhalten, ohne unser Zutun, das ist nach einer Anzeige ein Selbstläufer.
Auf eine Rücksendung verzichten wir aber, wir würden es auch nur entsorgen.

Wir leben immerhin noch in einem Rechtsstaat.

Ebenso aber erhalten wir Ablehnungen wegen "Geringfügigkeit" oder "Es gibt bereits mehrere Fälle bei der Person, so dass unser Fall keine Änderung in der Verurteilung ergeben würde".

Aber, ich muss es nochmals sagen, ich selber würde das nicht so durchziehen.
Das macht unser Inkasso und Anwalt kostenfrei und letztlich finanzieren sich diese selbst über die erfolgreichen Fälle und da muss was übrig bleiben, sonst würden sie es nicht tun.
Ich erhalte nur laufend die Dokumente bzw. Info über aktuellen Status.
Ich lasse es einfach laufen und nach Monaten und bis zu 2 Jahren gibt es dann ein Ende.

Zusammenfassung:
Ich ärgere mich nicht mehr darüber.
Wir leisten unseren Teil es zu verhindern.
Und wir werden in diesen Listen / Foren vermutlich nicht mehr zur Abzocke empfohlen.
 
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