Hallo in die Runde. Auch wir sind betroffener
Servicepartner (Made in Dortmund) mit Zweitaccount im Forum, da unser erster nicht mehr zugÀnglich ist
Wir sind seit ĂŒber 10 Jahren in der JTL-Welt unterwegs und nutzen die
Wawi fĂŒr uns und unsere Kunden seit der 0.9999x beta! Damals war JTL ein kleiner Haufen von Programmierern unter der Leitung von J & T Lisson und man kannte alle noch mit Vornamen und hatte tolle GesprĂ€che auf kleinen Minimessen. Den Einstieg des Investors haben wir auch mit gemischten GefĂŒhlen wahrgenommen, konnten jedoch den Wunsch nach einer profitablen halben "Exitstrategie" der Lissons nachvollziehen.
Ein Beispiel aus unserer aktuellen Situation: Wir betrieben (Vergangenheitsform, da wir das jetzt dann nicht mehr tun) 4 Shops, da wir JTL-kompatible Hardware, Plugins und eigens erstellte Software und Tools, sowie 2 Sidebusinesses, die nix direkt mit JTL-Welt zu tun haben, ĂŒber eine Wawi laufen lieĂen. DafĂŒr hatten wir einmalig die fĂŒr SP vergĂŒnstigten Shoplizenzen gekauft und das Multishopmodul. Das war's. Kostenpunkt fĂŒr uns als SP: 39 ⏠irgendwas / Monat fĂŒr Multishop und eben einmalig die Shoplizenzen um die 300irgendwas ⏠/
Shop.
Jetzt mit der neuen Preispolitik wurden wir wegen der 4 Shops direkt in Enterprise gesteckt und sollten die fast 900 ⏠/ Monat zahlen (irgendein Auftragspaket kam auch mit rein, obwohl wir nix auĂerhalb der Shops reinbekommen, auĂer fĂŒr unsere Erweiterungen aus dem JTL Store).
d.h. unsere Preiserhöhung als SP von knapp 40 ⏠/ Monat auf knapp 900 ⏠/ Monat.
Hinzu kommt ĂŒbrigens, dass wir als SP zusĂ€tzlich monatlich 100 ⏠an JTL zahlen mĂŒssen, damit wir offizielle SPs sind, aber darĂŒber will ich mich nicht beschweren.
Hinzu kommt, dass wir den möglichen Gang in die Cloud (die auf der letzten PaCon kommuniziert wurde) als einer der wenigen SPs kritisiert haben. Denn fĂŒr Cloudanwendungen gilt: Deine Daten gehören Jemand anderem, du bist nicht mehr Herr ĂŒber Hard- und Software die darauf lĂ€uft und weiĂt nicht, was mit den Daten passiert. AuĂerdem kann eine Cloud auch jederzeit gehackt / gestört / sonstwas werden, ohne dass du dann die Möglichkeit hast, im Notfall an deine persönlichen und rechtlich / steuerlich relevanten Daten zu kommen, ganz zu schweigen von Firmen, die pro Sekunde eines Ausfalls riesige Summen an Geld verlieren - fĂŒr diese kommt nur eine Onpremise-Lösung in Betracht und von solchen Kunden betreuen wir auch welche.
Und ja, auf der PaCon wurde kommuniziert, dass es die OnPremise-Lösung neben der Cloud-Lösung weiterhin geben soll. Allerdings wurde nicht kommuniziert, wie diese dann entwickelt, bzw. zu welchen Preisen es diese dann geben wird. Möglich / denkbar (Achtung, Glaskugelweisheiten!) wĂ€re zb., dass die OnPremise-Lösung nur noch fĂŒr Enterprise-Kunden ermöglicht wird, oder eben kaum noch weiterentwickelt wird. Aber das ist reine Spekulation und wir hoffen als SP, dass dies nicht passiert, denn damit wĂŒrden wir unsere gröĂten Key-Kunden verlieren (und JTL damit auch).
Um den Kreis zu schlieĂen: Auch wir haben die Entwicklungen bei JTL beobachtet und unsere SchlĂŒsse intern daraus gezogen und stehen in sehr engem Kontakt mit unseren Kunden, um eine Liste anzufertigen, was bei den aktuellen Preismodellen schief lĂ€uft und hoffen auf Einsicht bei JTL.
Insgesamt begrĂŒĂen wir, dass es Anpassungen im Preismodell gibt und JTL sich professioneller aufstellen will. Das geht eben nicht mit einer FREE-Lösung, die NICHT quelloffen oder Communitydriven ist. Entwickler wollen bezahlt werden und der Gang in die Cloud dĂŒrfte auch einiges an Kosten verursachen.
FĂŒr uns als SPs ist die aktuelle Entscheidung auch in Teilen schwierig. Wir haben Kunden mit extremen Preisanstiegen, wir haben aber auch Kunden mit sehr geringen Preisanstiegen oder sogar Kunden mit niedrigeren Preisen. Interessant(?) ist dabei, dass die enormen Preisanstiege fast ausschlieĂlich kleine HĂ€ndler betreffen, wĂ€hrend die richtig groĂen HĂ€ndler sparen. Das finden wir etwas (vorsichtig formuliert) "schade" und können aber kaum Einfluss darauf nehmen, auĂer JTL bitten, diese Preispolitik zu ĂŒberdenken.
Hier geht es insbesondere um die folgenden Punkte:
-> Betrieb von mehr als 3 JTL-Shops mit mehr als 500 Artikeln - direkt Enterprise, obwohl alles andere nicht notwendig ist. Hier muss eine andere / alternative Lösung her
-> HĂ€ndler mit sehr vielen AuftrĂ€gen aus Plattformen, bei denen jedoch der Warenwert der einzelnen AuftrĂ€ge Ă€uĂerst gering ist - direkt super teure Auftragspakete
-> HĂ€ndler mit sehr vielen angepassten manuellen Workflows, um Fehler / Bugs der Wawi zu umgehen - unfair gegenĂŒber diesen Kunden, da wir als SP hier teilweise fĂŒr sehr hohe Kosten die Bugs oder fehlenden Funktionen mittels jetzt sehr teurer Workflows beseitigen mussten und der Kunde dafĂŒr nun bestraft wird
-> HĂ€ndler mit sehr vielen automatisierten Ameise-Importen zb. im Bereich Dropshipping, die jedoch nur wenig Marge habe - nutzen die batch-Funktion und werden dafĂŒr jetzt abgestraft
-> kleine HĂ€ndler, die aufgrund ihrer Ware (z.b. empfindliche Ware wie Pflanzen / Futtertiere / Futtermittel / Lebensmittel) Track & Trace nutzen
-> REST-API viel zu teuer
Wenn es bei diesen kritischen Punkten eine Lösung gĂ€be, die die Kosten nicht völlig unnötig explodieren lieĂe, dann muss ich sagen, bleibt nicht viel Kritik an den neuen Preismodellen ĂŒbrig, denn dann sind diese human und zu bewerkstelligen (Ausnahmen bestĂ€tigen die Regel und es kann durchaus sein, dass ich in der Liste oben etwas vergessen habe, aber das sind die aktuell fĂŒr uns auffallenden Punkte von betroffenen Kunden, die am meisten unter der aktuellen Anpassung gelitten haben).
Ich hoffe mein Beitrag wird als konstruktive Anregung und nicht als pure Kritik verstanden. Wir wollen als SP stets das Beste fĂŒr den Kunden
und fĂŒr JTL, schlieĂlich sind alle nur dann profitabel und glĂŒcklich, wenn alle guten Umsatz machen können, wir reden hier schlieĂlich von Handel im E-Commerce, also von Geld verdienen, das dĂŒrfen wir bitte nicht vergessen...