Neu Kritisches Problem bei DHL 4.0: Handelsstücklisten brechen EU- und Exportversand

LCR

Aktives Mitglied
4. Mai 2021
6
1
Wir haben uns jetzt intensiver mit DHL Versenden 4.0 beschäftigt und stoßen hier auf ein aus unserer Sicht massives Problem, das aktuell komplett unterschätzt wird und viele Händler erst kurz vor der Umstellung mit voller Wucht treffen wird.

Es geht konkret um Handelsstücklisten.

Und nein – wir sprechen ausdrücklich NICHT von Produktionsstücklisten oder gefertigten Artikeln, sondern von klassischen Bundle-/Set-Artikeln, die lediglich mehrere physische Einzelartikel logisch zusammenfassen.

Beispiel:

  • Proteinpulver aus Deutschland
  • Shaker aus China
  • ggf. weitere Komponenten aus anderen Ursprungsländern
In JTL sind auf den Einzelartikeln bereits sauber gepflegt:

  • TARIC-Code
  • Ursprungsland
  • Zollinformationen
Unter DHL 4.0 wird jetzt aber plötzlich die Stückliste selbst wie ein eigenständiger Artikel behandelt.

Das führt dazu, dass:

  • auf dem CN23 nur noch die Stückliste erscheint
  • Komponenten nicht mehr übergeben werden
  • Versand fehlschlägt, wenn auf der Stückliste selbst kein TARIC-Code/Herkunftsland gepflegt ist
Die vorgeschlagene Lösung von JTL lautet sinngemäß:
„Dann pflegt doch einfach einen TARIC-Code und ein Ursprungsland auf der Stückliste.“

Ganz ehrlich:
Das ist keine Lösung.

Eine Handelsstückliste IST KEIN physischer Artikel.

Sie ist lediglich eine virtuelle Zusammenfassung bereits existierender Artikel.

Physisch und zollrechtlich exportiert werden weiterhin die Einzelartikel.

Wo bitte soll bei einem Bundle aus:

  • Deutschland
  • China
  • Polen
„das“ Ursprungsland der Stückliste liegen?

Welcher TARIC-Code soll das sein?

Das ergibt fachlich und zollrechtlich schlicht keinen Sinn.

Der technische Unterschied zwischen:

  • 2 Einzelartikeln im Auftrag
    und
  • 1 Stückliste mit exakt denselben 2 Artikeln
existiert praktisch nicht.

Das Lager packt dieselben Artikel.
Der Kunde erhält dieselben Artikel.
Der Zoll interessiert sich für dieselben Artikel.

Nur DHL 4.0 bzw. die aktuelle Implementierung behandelt plötzlich die virtuelle Hülle der Stückliste als Exportartikel.

Die Begründung:
„Komponenten haben 0,00 € und DHL akzeptiert keine 0,00 € Positionen“

erklärt vielleicht das technische Problem, aber nicht die gewählte Umsetzung.

Dann muss es eben eine technische Lösung geben:

  • Preisaufteilung auf Komponenten
  • virtuelle Zollpositionen
  • Übergabe der Komponenten trotz Stückliste
  • kaufmännische Stückliste getrennt von der Zollstruktur
Aber die aktuelle Lösung kann doch nicht ernsthaft sein:
„Pflegt einfach irgendein Ursprungsland auf die Stückliste.“

Besonders kritisch:
Viele Händler kennen dieses Problem aktuell noch gar nicht.

Die Umstellung auf DHL 4.0 wird oft „nebenbei“ gemacht, bis plötzlich:

  • Labels fehlschlagen
  • EU-Versand blockiert
  • TARIC-/Herkunftslandfehler auftreten
  • Exporte stehen bleiben
Und genau das nächste Thema verstehen wir ebenfalls überhaupt nicht:

WARUM greift diese Prüfung inzwischen sogar bei EU-Ländern?

Wir sprechen hier nicht nur von Drittlandexporten.

Auch normale EU-Sendungen laufen plötzlich in TARIC-/Ursprungsland-Fehler, sobald Handelsstücklisten verwendet werden.

Das bedeutet faktisch:
Ein Händler stellt auf DHL 4.0 um und plötzlich funktionieren selbst EU-Sendungen mit Bundles nicht mehr sauber.

Und das ist der eigentliche Kritikpunkt:
Wir zahlen als Händler und Fulfillment-Dienstleister inzwischen massiv Geld für Wartung, Servicepartner, Schnittstellen und laufende Anpassungen, melden ein technisch exakt nachvollziehbares Problem und werden im Prinzip nur weitergeschoben.

Vom Support zu:

  • „Ist so gewollt“
  • „DHL-Vorgabe“
  • „Pflegt halt was auf die Stückliste“
Das kann doch nicht ernsthaft die finale Aussage sein.

Vor allem weil hier keine exotische Sonderkonstellation betroffen ist.

Bundles und Handelsstücklisten gehören mittlerweile zum absoluten Standard im E-Commerce:

  • Supplements
  • Kosmetiksets
  • Geschenkboxen
  • Zubehör-Bundles
  • Amazon-Combos
  • Starterkits
Das betrifft potenziell tausende Händler.

Und viele davon werden erst kurz vor der Umstellung merken, dass plötzlich ihre komplette Export- und teilweise sogar EU-Logik auseinanderfällt.

Wir haben dieses Thema bereits vor Wochen sauber dokumentiert und adressiert.

Die Reaktion darauf war bislang extrem enttäuschend.

Ganz ehrlich:
Blickt man etwas in die Glaskugel, werden ab dem 01.06 vermutlich bei JTL die Telefone nicht mehr stillstehen, sobald die breite Masse der Händler auf DHL 4.0 umstellt und plötzlich feststellt, dass Handelsstücklisten im internationalen Versand massive Probleme verursachen.

Und dann wird aus einem heute noch „theoretischen Einzelfall“ ganz schnell ein flächendeckendes Praxisproblem.
 
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Morimus

Sehr aktives Mitglied
16. Mai 2019
400
95
Sorry, zu deinem Problem kann ich leider nichts beitragen.

Darf ich trotzdem fragen, warum internationale Sendungen per Post versendet werden?
Wünschen die Kunden das ausdrücklich so?
 

deliman

Sehr aktives Mitglied
13. Februar 2016
1.032
131
Wir haben meist nur einfache Stücklisten = 1 VK Artikel verknüpft mit dem entsprechenden Herstellerartikel aber es können auch mal "Kombinationen" vorkommen. Da wäre das Problem wirklich relevant, da wir relativ viel EU bzw. Export via DHL abwickeln - im Moment noch mit DHL 3.0 und in den nächsten Tagen umstellen wollten. Hört sich ja dann nicht wirklich gut an...
 

deliman

Sehr aktives Mitglied
13. Februar 2016
1.032
131
Sorry, zu deinem Problem kann ich leider nichts beitragen.

Darf ich trotzdem fragen, warum internationale Sendungen per Post versendet werden?
Wünschen die Kunden das ausdrücklich so?
Warum sollte man nicht mit DHL Europaket oder DHL International versenden? Wenn man nicht gerade viele Pakete pro Woche versendet, bekommt man z.B. bei UPS keine guten Preise mehr und nur für Auslandssendungen extra Verträge mit DPD oder GLS machen, wo es evt. etwas günstiger wird, da muss man dann auch schon entsprechende Mengen haben.

Außerdem geht es ja auch um das grundsätzliche Problem, das man die Schnittstelle bei DHL wechseln MUSS und dann bestimmte Sachen scheinbar nicht merh funktionieren wie gewohnt und erwartbar.
 

LCR

Aktives Mitglied
4. Mai 2021
6
1
Warum sollte man nicht mit DHL Europaket oder DHL International versenden? Wenn man nicht gerade viele Pakete pro Woche versendet, bekommt man z.B. bei UPS keine guten Preise mehr und nur für Auslandssendungen extra Verträge mit DPD oder GLS machen, wo es evt. etwas günstiger wird, da muss man dann auch schon entsprechende Mengen haben.

Außerdem geht es ja auch um das grundsätzliche Problem, das man die Schnittstelle bei DHL wechseln MUSS und dann bestimmte Sachen scheinbar nicht merh funktionieren wie gewohnt und erwartbar.
Das hier ist die Antwort von JTL:
Es hört sich danach an, als wenn JTL dass nicht richtig nach DHL Vorgabe umsetzt im Moment:

"danke für die ausführliche Schilderung mit dem Gewürz-Set aus Pfeffer (Spanien) und Salz (Italien). Ich habe den Sachverhalt geprüft und kann Ihre Beobachtung bestätigen: Unter DHL Versenden 4.0 wird auf dem CN23 nur die Stückliste selbst übergeben, nicht die einzelnen Stücklistenkomponenten. Sind am Stücklistenartikel kein TARIC-Code und kein Herkunftsland gepflegt, schlägt der Labeldruck fehl oder das CN23 bleibt unvollständig.

Hintergrund ist eine bewusste Designentscheidung. Stücklistenkomponenten haben in JTL-Wawi technisch einen Preis von 0,00 EUR, da sich der Preis der Stückliste am Stücklistenartikel selbst pflegt. DHL akzeptiert auf Exportdokumenten jedoch keine Positionen mit 0,00 EUR. Aus diesem Grund werden auf dem CN23 nur die Stückliste und nicht die Stücklistenkomponenten übergeben. DHL 3.0 hat dieses Verhalten in der Praxis nicht durchgehend angewendet, weshalb dort teilweise Stücklistenkomponenten auf dem CN23 sichtbar wurden. DHL 4.0 setzt die ursprünglich geplante Logik konsequent um.

Damit lässt sich Ihre Anforderung über die Standardkonfiguration der Versandart aktuell nicht abbilden, da Stücklistenkomponenten unterschiedlicher Herkunftsländer und unterschiedlicher TARIC-Codes nicht sinnvoll auf einen einzigen Stücklistenartikel reduziert werden können. Die Funktion "Positionen zusammenfassen" verändert dieses Verhalten nicht.

Bis ein angepasstes Verhalten in DHL 4.0 verfügbar ist, kommen aus unserer Sicht zwei Wege in Frage, beide als Hinweise und nicht als Garantie. Ein erster Weg ist, am Stücklistenartikel das Herkunftsland und den TARIC-Code zu pflegen, die für das Set kaufmännisch und zollrechtlich am ehesten tragfähig sind. Das ist bei sortenreinen Sets praktikabel, bei gemischten Sets wie in Ihrem Beispiel jedoch keine saubere Lösung und sollte zollrechtlich abgesichert werden.
Ein zweiter Weg ist eine begleitende Zollrechnung als eigene Druckvorlage, die pro Position TARIC und Herkunftsland je Stücklistenkomponente ausweist und dem Paket beigelegt wird.

Mehrere Händler im JTL-Forum nutzen diesen Weg, um vollständige Zollangaben mitzugeben"
 

John

Sehr aktives Mitglied
3. März 2012
4.062
1.022
Berlin
JTL sollte das Problem für beide Fälle auswählbar machen.
Ein Stücklistenartikel kann z.B. auch ein für einen Kunden zusammengebauter PC sein und da interessieren die TARICs der einzelnen Komponenten eben nicht mehr.
Auf Rechnungen kann man ja auch in Komponenten zerlegt darstellen lassen - wieso nicht auch bei der Zollanmeldung?
 

elcheffe

Sehr aktives Mitglied
7. Juli 2010
610
82
Auf Rechnungen kann man ja auch in Komponenten zerlegt darstellen lassen - wieso nicht auch bei der Zollanmeldung?
aber der Preis des Bündels ist ja nicht zwangsläufig die Summe der Einzelkomponenten... also wenn man die Einzekomponenten auflisten will, müsste man in der Tat bei der Stückliste virtuelle Einzelpreise der Komponenten hinterlegen können (den Rest kann man von der jew. Komponente übernehmen).

Wie (und wo) ist das den grundsätzlich rechtlich geregelt wie bei solchen "Bündeln" und auch bei Produkten bei denen mehrere Komponenten untrennbar vermischt werden, zu verfahren ist?
 

unblack

Sehr aktives Mitglied
23. November 2007
432
38
@LCR erstmal Danke, dass Du auf das Thema aufmerksam machst. Ich habe in meinem Leben schon viel auf JTL- Shipping geschimpft, den Teil spare ich mir jetzt gerade mal.

Stücklisten sind für mich als 3PL auch ein ganz wunderbares Thema, vor allem wenn man die Lieferung dann splitten muss.

Aber um hier mal ein paar Fakten zu schreiben:

WARUM greift diese Prüfung inzwischen sogar bei EU-Ländern?

Wir sprechen hier nicht nur von Drittlandexporten.

Auch normale EU-Sendungen laufen plötzlich in TARIC-/Ursprungsland-Fehler, sobald Handelsstücklisten verwendet werden.

Das bedeutet faktisch:
Ein Händler stellt auf DHL 4.0 um und plötzlich funktionieren selbst EU-Sendungen mit Bundles nicht mehr sauber.

Und das ist der eigentliche Kritikpunkt:
Wir zahlen als Händler und Fulfillment-Dienstleister inzwischen massiv Geld für Wartung, Servicepartner, Schnittstellen und laufende Anpassungen, melden ein technisch exakt nachvollziehbares Problem und werden im Prinzip nur weitergeschoben.

Vom Support zu:

  • „Ist so gewollt“
  • „DHL-Vorgabe“

Also sollte JTL darauf tatsächlich mit "DHL-Vorgabe" geantwortet haben, wandelt sich mein Kopfschütteln in headbangen.

Seitens DHL sind Taric/HS-Codes für EU-Länder keine Vorgabe, im Gegenteil, die API würde einen Fehler werfen.
Das ist also einzig und allein eine (sinnfreie) Entscheidung von JTL in ihrer eigenen Shipping-API.

Wer's verifizieren will, macht sich bei DHL mal einen Developer Account und schickt an die v2 API mal diesen payload:

Code:
curl -X POST 'https://api-sandbox.dhl.com/parcel/de/shipping/v2/orders?validate=true' \
  -u 'user-valid:SandboxPassword2023!' \
  -H 'dhl-api-key: HIERDEINAPIKEY' \
  -H 'Content-Type: application/json' \
  -H 'Accept: application/json' \
  -d '{
  "profile": "STANDARD_GRUPPENPROFIL",
  "shipments": [
    {
      "product": "V53WPAK",
      "billingNumber": "33333333335301",
      "refNo": "TEST-EU-NL-0001",
      "shipper": {
        "name1": "Mustermann GmbH",
        "addressStreet": "Sträßchensweg",
        "addressHouse": "10",
        "postalCode": "53113",
        "city": "Bonn",
        "country": "DEU",
        "email": "absender@example.com"
      },
      "consignee": {
        "name1": "Jan de Vries",
        "addressStreet": "Damrak",
        "addressHouse": "1",
        "postalCode": "1012 LG",
        "city": "Amsterdam",
        "country": "NLD",
        "email": "empfaenger@example.com"
      },
      "details": {
        "weight": {
          "uom": "kg",
          "value": 1.250
        },
        "dim": {
          "uom": "mm",
          "length": 300,
          "width": 200,
          "height": 100
        }
      },
      "services": {
        "endorsement": "RETURN"
      }
    }
  ]
}'

Antwort:

Code:
{
    "status": {
        "title": "OK",
        "status": 200,
        "detail": "1 of 1 shipment validated OK. Details included.",
        "statusCode": 200
    },
    "items": [
        {
            "sequenceNumber": 1,
            "sstatus": {
                "title": "OK",
                "status": 200,
                "detail": "The Webservice call ran successfully.",
                "statusCode": 200
            },
            "validationMessages": []
        }
    ]
}

Das ist schon ziemlich krass, weil es garantiert viele Händler gibt, die nur in die EU liefern und keine HS-Codes/Tarics gepflegt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:

unblack

Sehr aktives Mitglied
23. November 2007
432
38
aber der Preis des Bündels ist ja nicht zwangsläufig die Summe der Einzelkomponenten... also wenn man die Einzekomponenten auflisten will, müsste man in der Tat bei der Stückliste virtuelle Einzelpreise der Komponenten hinterlegen können (den Rest kann man von der jew. Komponente übernehmen).

Wie (und wo) ist das den grundsätzlich rechtlich geregelt wie bei solchen "Bündeln" und auch bei Produkten bei denen mehrere Komponenten untrennbar vermischt werden, zu verfahren ist?

Das ist in der in den " Allgemeinen Vorschriften zur Auslegung der Kombinierten Nomenklatur (AV)" geregelt, in 3b

https://www.owlaw.de/zoll-wissen/allgemeine-vorschriften-zolltarif/

EINE HS-Nummer für ein Bundle ist zB möglich, wenn sie in einer Verkaufsverpackung stecken.

Wenn du mehrere Komponenten untrennbar vermischt, entsteht daraus eine komplett neue Taric.

Also um mal bei dem Beispiel Protein-Pulver + Shaker zu bleiben: liegt beides lose im Versandkarton, sind das streng genommen zwei Tarics. Macht man eine Banderole drum ist es ein Set -> dann gilt die dominierende Taric.

Wenn man aber wirklich sicher gehen will, stellt man beim Zoll eine verbindliche Zollauskunft.

Die propagierten "workarounds" von JTL sind jedenfalls rechtlich grob fahrlässig.

Und die Variante da nochmal eine Aufschlüsselung beizulegen ist totaler Quatsch, weil seit Februar ICS2 scharf ist und ausschließlich die EDI-Daten gelten.
 

LCR

Aktives Mitglied
4. Mai 2021
6
1
@LCR erstmal Danke, dass Du auf das Thema aufmerksam machst. Ich habe in meinem Leben schon viel auf JTL- Shipping geschimpft, den Teil spare ich mir jetzt gerade mal.

Stücklisten sind für mich als 3PL auch ein ganz wunderbares Thema, vor allem wenn man die Lieferung dann splitten muss.

Aber um hier mal ein paar Fakten zu schreiben:



Also sollte JTL darauf tatsächlich mit "DHL-Vorgabe" geantwortet haben, wandelt sich mein Kopfschütteln in headbangen.

Seitens DHL sind Taric/HS-Codes für EU-Länder keine Vorgabe, im Gegenteil, die API würde einen Fehler werfen.
Das ist also einzig und allein eine (sinnfreie) Entscheidung von JTL in ihrer eigenen Shipping-API.

Wer's verifizieren will, macht sich bei DHL mal einen Developer Account und schickt an die v2 API mal diesen payload:

Code:
curl -X POST 'https://api-sandbox.dhl.com/parcel/de/shipping/v2/orders?validate=true' \
  -u 'user-valid:SandboxPassword2023!' \
  -H 'dhl-api-key: HIERDEINAPIKEY' \
  -H 'Content-Type: application/json' \
  -H 'Accept: application/json' \
  -d '{
  "profile": "STANDARD_GRUPPENPROFIL",
  "shipments": [
    {
      "product": "V53WPAK",
      "billingNumber": "33333333335301",
      "refNo": "TEST-EU-NL-0001",
      "shipper": {
        "name1": "Mustermann GmbH",
        "addressStreet": "Sträßchensweg",
        "addressHouse": "10",
        "postalCode": "53113",
        "city": "Bonn",
        "country": "DEU",
        "email": "absender@example.com"
      },
      "consignee": {
        "name1": "Jan de Vries",
        "addressStreet": "Damrak",
        "addressHouse": "1",
        "postalCode": "1012 LG",
        "city": "Amsterdam",
        "country": "NLD",
        "email": "empfaenger@example.com"
      },
      "details": {
        "weight": {
          "uom": "kg",
          "value": 1.250
        },
        "dim": {
          "uom": "mm",
          "length": 300,
          "width": 200,
          "height": 100
        }
      },
      "services": {
        "endorsement": "RETURN"
      }
    }
  ]
}'

Antwort:

Code:
{
    "status": {
        "title": "OK",
        "status": 200,
        "detail": "1 of 1 shipment validated OK. Details included.",
        "statusCode": 200
    },
    "items": [
        {
            "sequenceNumber": 1,
            "sstatus": {
                "title": "OK",
                "status": 200,
                "detail": "The Webservice call ran successfully.",
                "statusCode": 200
            },
            "validationMessages": []
        }
    ]
}

Das ist schon ziemlich krass, weil es garantiert viele Händler gibt, die nur in die EU liefern und keine HS-Codes/Tarics gepflegt haben.
Das war die erste Antwort von JTL:
"
Um die Abwicklung so reibungslos wie möglich zu gestalten, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Positionen zusammenfassen: Wir können einzelne Positionen bündeln und übersichtlich zusammenfassen. Die Option befindet sich innerhalb der Versandkonfiguration im Reiter "Produkt"
2. Daten in der Stückliste hinterlegen: Alternativ können die notwendigen Angaben direkt in der Stückliste gepflegt werden.

Bitte beachten Sie, dass DHL diese Angaben inzwischen verpflichtend vorschreibt – das ist eine Anforderung des Versanddienstleisters, auf die wir leider keinen Einfluss haben. Wir bitten dafür um Ihr Verständnis."

Ich habe in der Zwischenzeit den zuständigen bei DHL kontaktiert. Er wollte sich ein erneutes Mal bei JTL melden. Die Problematik ist bekannt und es liegt jetzt an JTL. Hier die Antwort von DHL:

"die Kollegen sind mit dem Thema auch nochmal auf JTL zugegangen.

Jetzt kommt es auf JTL an, ob die hier etwas unternehmen oder nicht."

Ich muss ehrlich sagen, dass ich inzwischen wirklich schockiert bin, wie fahrlässig dieses Thema seitens JTL behandelt wird. Es geht hier nicht um irgendeinen Sonderfall, sondern um ein fundamentales Problem im täglichen Versandprozess mit massiven Auswirkungen auf Händler und Fulfillment-Dienstleister.

Besonders kritisch ist dabei, dass nicht nur Stücklisten betroffen sind, sondern auch ganz normale Einzelartikel, bei denen kein TARIC-Code oder Herkunftsland gepflegt ist. Kunden werden dadurch künftig keine Versandlabels mehr erzeugen können – selbst bei Sendungen innerhalb der EU. Das ist nicht nur ein zollrechtliches Thema, sondern führt im schlimmsten Fall dazu, dass komplette Versandprozesse stillstehen.

Umso unverständlicher ist es, dass dieses Thema seit Wochen bekannt ist, mehrfach an JTL adressiert wurde und selbst DHL bereits erneut auf JTL zugegangen ist, ohne dass bisher eine saubere und praxisnahe Lösung erkennbar ist.
 

unblack

Sehr aktives Mitglied
23. November 2007
432
38
Umso unverständlicher ist es, dass dieses Thema seit Wochen bekannt ist, mehrfach an JTL adressiert wurde und selbst DHL bereits erneut auf JTL zugegangen ist, ohne dass bisher eine saubere und praxisnahe Lösung erkennbar ist.

Naja, in drei Monaten ist auch die PPWR verbindlich und bis auf eine Feedbackrunde sehe ich da bisher nix, um das in JTL abzubilden.

Ich habe meine Konsequenz gezogen und bin dann in wenigen Monaten nach knapp 20 Jahren JTL-Einsatz weg.
 

elcheffe

Sehr aktives Mitglied
7. Juli 2010
610
82
jetzt muss ich nochmal ganz dumm fragen: d.h. JTL zwingt uns bei jedem Artikel einen HS Code zu hinterlegen, weil sonst überhaupt kein einfaches DHL EU Label erstellt werden kann? Obwohl das von DHL überhaupt nicht gefordert wird ... und behauptet dabei noch dreist das Gegenteil?
 

unblack

Sehr aktives Mitglied
23. November 2007
432
38
jetzt muss ich nochmal ganz dumm fragen: d.h. JTL zwingt uns bei jedem Artikel einen HS Code zu hinterlegen, weil sonst überhaupt kein einfaches DHL EU Label erstellt werden kann? Obwohl das von DHL überhaupt nicht gefordert wird ... und behauptet dabei noch dreist das Gegenteil?

Jain. Es ist schlichtweg schlampig programmiert oder etwas sich einfach keiner mal Gedanken gemacht bzw das mal durchtestet. Beta hin oder her.
Auf FB wurde die naheliegende Lösung kommuniziert, einfach zwei Versandarten dafür anzulegen und für EU die Exportdokumente abzuhaken. Aber "clean" ist das auch nicht, weil dann zB die Kanaren nicht abgebildet werden (EU, braucht aber Zollerklärung).

Ich hab jetzt nochmal mit der DHL API ausgiebig rumgespielt und denke zu wissen, was JTL da vermutlich falsch macht. Wenn kein HS Code/CoO vorliegt, schicken sie vermutlich das im payload:

JSON:
"hsCode": "", "countryOfOrigin": ""

statt

JSON:
"hsCode": null, "countryOfOrigin": null

Ersteres wirft einen Fehler bei EU-Ländern, zweites nicht.
 

elcheffe

Sehr aktives Mitglied
7. Juli 2010
610
82
puh, da fällt mir ein Stein vom Herzen. Das macht es immerhin schon mal ein bisserl besser....

Danke euch, da würde man ja sonst total blind und ahnungslos rein laufen.

@unblack wohin wechselt ihr?
 

Christopher.S

Moderator
Mitarbeiter
1. August 2019
250
246
Hallo LCR, hallo unblack,

Update zum Stand: wir haben den Fall mit der vollständigen technischen Analyse an DHL übergeben, dort wird das Verhalten der REST-API bei Handelsstücklisten gerade geprüft. In der Wawi senden wir die Daten korrekt und so, wie von DHL gewünscht, die Diskrepanz liegt im API-Verhalten.

Bis DHL die Prüfung abgeschlossen hat, ist der saubere Workaround zwei getrennte Versandarten zu nutzen: eine für EU-Sendungen ohne aktiven Exportdokumenten-Bereich, eine für Nicht-EU mit Exportdokumenten. Damit funktionieren beide Szenarien fehlerfrei.

Sobald von DHL eine Rückmeldung kommt, melde ich mich hier nochmal.

Viele Grüße

Christopher
 
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LCR

Aktives Mitglied
4. Mai 2021
6
1
Hallo LCR, hallo unblack,

Update zum Stand: wir haben den Fall mit der vollständigen technischen Analyse an DHL übergeben, dort wird das Verhalten der REST-API bei Handelsstücklisten gerade geprüft. In der Wawi senden wir die Daten korrekt und so, wie von DHL gewünscht, die Diskrepanz liegt im API-Verhalten.

Bis DHL die Prüfung abgeschlossen hat, ist der saubere Workaround zwei getrennte Versandarten zu nutzen: eine für EU-Sendungen ohne aktiven Exportdokumenten-Bereich, eine für Nicht-EU mit Exportdokumenten. Damit funktionieren beide Szenarien fehlerfrei.

Sobald von DHL eine Rückmeldung kommt, melde ich mich hier nochmal.

Viele Grüße

Christopher
Hallo Christopher,

vielen Dank für das Update und dafür, dass das Thema jetzt nochmal technisch mit DHL geprüft wird.

Die Frage, die sich für uns allerdings stellt: Warum passiert das erst jetzt am 18.05., obwohl wir das Thema bereits seit Wochen melden und darauf hinweisen?

Hoffentlich wird das noch bis zum 01.06. gelöst. Wir haben unsere Kunden inzwischen bereits informiert, dass sie ihre Stücklisten aktuell zollrechtlich eigentlich „falsch pflegen müssen“, da ansonsten teilweise überhaupt kein Versandlabel erzeugt werden kann. Das ist natürlich alles andere als eine saubere oder langfristig tragbare Lösung.
 
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