Inaktiv Fehler in der Berechnung des Artikelpreises und Staffelpreisen

HF-DISPLAYSHOP.de

Aktives Mitglied
25. März 2017
9
0
Hallo alle zusammen,

nach stundenlanger Suche komme ich leider zu keinem vernünftigem Ergebnis.

Folgendes Problem:
Wir verkaufen über unseren Onlineshop an Endkunden und Firmenkunden

Artikel haben wir angelegt und die Preise dazu eingegeben. (Beispiel: 1,17 € netto / 1,39 € brutto)
Leider gibt es in meinen Augen ein Problem wenn ein Endkunde in unserem Webshop bestellt, er kauft den Artikel nicht wie angegeben für 1,39 € brutto sondern für 1,3923 € da die Wawi sich ja automatisch den Preis errechnet brutto/netto.

Bestellt der Kunde mehrmals den Artikel für 1,39 € sagen wir 8 mal sollte er eigentlich 11,12 € zahlen.
Unser Shop sagt aber, 8 x 1,39 € = 11,14 €.

Das ist doch eigentlich ein Falscher Betrag.

Ich hatte schon überlegt ob ich für Firmenkunden und Endkunden jeweils den Artikelpreis hinterlege, das heißt
bei Firmenkunden einen glatten Netto Preis von 1,17 € und bei Endkunden glatt 1,39 €.
Das würde aber bedeuten das es eine Differenz gibt von 2 cent obwohl nichts anders ist ausser die Kundengruppe.

Genau das gleiche Spiel hatte ich mit Staffelpreisen, diese wurden ja auch mit 4 Nachkommastellen gespeichert, was natürlich bedeutet das der Kunde auch hier im Warenkorb einen abweichenden Preis bezahlen muss... den er nicht vorher berechnen kann da im Shop nur 2 Dezimalstellen angezeigt werden, was ja auch korrekt ist!

Hoffe es hat jemand eine Lösung für mich oder habe ich einen Denkfehler in der Sache.

Danke für die Hilfe
Grüße Andi
 

gutberle

Sehr aktives Mitglied
29. März 2011
1.295
407
Hallo Andi,

es gibt ja zwei steuerrechtlich zulässige und gleichwertige Verfahren, um die Mehrwertsteuer zu berechnen, das horizontale und das vertikale Verfahren.

- Beim horizontalen Verfahren, werden die Nettobeträge der einzelnen Rechnungspositionen summiert und darauf die Mehrwertsteuer berechnet und auf 2 Stellen gerundet.
- Beim vertikalen Verfahren wird die Mehrwertsteuer innerhalb der Position berechnet und zwar nach der Formel USt€ = ArtikelStückNetto€ * USt% * Artikelanzahl. Dieser Mehrwertsteuerwert wird dann auf 2 Stellen gerundet und auf die PositionsNettoSumme addiert.

Die Wawi und mit Ihr praktisch alle anderen Warenwirtschaften rechnen nach der vertikalen Methode und damit ist das, was Du im Shop erlebst, schon einmal rechtlich und formal korrekt.

Wo ist also das Problem? - Das Problem liegt darin, dass Du Deinen Kunden offensichtlich gleichzeitig einen auf zwei Stelle gerundeten Netto- und Bruttopreis anzeigen möchtest, die dann auch bei größeren Stückzahlen gelten sollen und das geht - völlig unabhängig davon, ob die Wawi vertikal oder horizontal rechnet - eben nicht - zumindest nicht gleichzeitg.

Hierzu müsste man nämlich eine dritte Berechnungsmethode einführen, eine Art "Stückpreis-Vertikal" Methode, bei der die Formel nicht...
USt€ = ArtikelStückNetto€ * USt% * Artikelanzahl sondern USt€ = Round(ArtikelStückNetto€ * USt%,2) * Artikelanzahl lauten würde.

Ob das allerdings ein steuerrechtlich zulässiges Verfahren zur Mehrwertsteuerberechnung wäre, bezweifle ich sehr, denn rein mathematisch ist ja klar, dass der USt-Verlust für das Finanzamt pro Einzelstück entsteht und damit linear mit der Artikelstückzahl steigt. Die Differenz zwischen Runden und Nichtrunden auf zwei Stellen kann aber bis <0,5ct gehen und bei 100.000 Stück und 499,99€ Mehrwertsteuerverlust würde das Finanzamt - glaube ich - rechtschaffen *nervös* reagieren.

Was auf jeden Fall immer unmöglich bleiben wird, ist, im Online-Shop beim Artikel sowohl einen auf zwei Stellen gerundeten Nettopreis und daneben oder darunter einen ebenfalls auf zwei Stellen gerundeten Bruttopreis anzuzeigen, die beide bei Kauf mehrer Stück des Artikels Bestand haben.

Beispiel:

B-C: Du willst einen glatten Bruttopreis haben und rechnest erst vorwärts 1,17 * 1,19 = 1,3923 und dann vom gerundeten Brutto 1,39 / 1,19 = 1,1681 wieder zurück auf Dein Endkundennetto. Gibst Du jetzt in Deinem Shop aber ein auf 2 Stellen gerundetes Netto aus, dann ... jo, wird das wieder zu 1,17 und gibst Du 1,1681 aus, dann zeigen Dir die Kunden einen Vogel.
B-B: Hier gilt exakt das gleiche wie unter B-C, denn 1,17 *1,19 ergibt einfach 1,3923 und gerundet ist das 1,39 und schon hast Du wieder den Salat.

Deshalb KANN es hierfür keine Lösung geben und entweder Du zeigst NUR den Nettopreis an (B-B) oder NUR den Bruttopreis (B-C) oder Du lebst damit, dass bei Kauf von mehreren Artikeln Rundungsdifferenzen entstehen.

Gruß,
Ingmar
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: HF-DISPLAYSHOP.de

HF-DISPLAYSHOP.de

Aktives Mitglied
25. März 2017
9
0
Hallo, vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ich habe mich heute nochmal an das Thema ran getraut!
Ergebnis ist in meinen Augen garnicht mal so schlecht.

Ich habe im Artikel für die Kundengruppen folgende Preise hinterlegt:
Endkunden: 1,39 € (brutto) 1,1681 € (netto)
Firmenkunden: 1,3923 € (brutto) 1,17 € (netto)

Das ganze ist jetzt im Shop zu 100% passend. Die Kundengruppen bekommen im Shop nun die korrekten Preise berechnet wie angegeben.

Auftragsvorlagen habe ich 2 Stück gemacht. Einmal mit anzeigen der Netto Preise in Positionen und einmal mit Brutto Preisen.

Somit habe ich am Ende eine differenz wenn Endkunde und Firmenkunde das selbe Produkt kaufen, aaaaaber die Formulare und die Anzeige im Shop stimmt.

Ich hab mal 2 PDF angehägt wie die Dokumente aussehen.
 

Anhänge

gutberle

Sehr aktives Mitglied
29. März 2011
1.295
407
Sehr gut, ich wollte mir das gerade mal bei Dir im Shop anschauen und habe gesehen, dass ich bei Dir Geschäfts-Kunde werden muss... 🙂
Also habe ich mir gleich mal ein Konto eröffnet, aber keine Bestätigungsemail bekommen. Schätze, Ihr seid nocht nicht wirklich online?
 

aaha

Sehr aktives Mitglied
11. Januar 2007
548
82
aber mit der Methode wäre es mir zu unattraktiv, mich als Geschäftskunde anzumelden: käm ich bei größeren Mengen ja teurer weg als jeder "poplige" Endkunde ...
 

HF-DISPLAYSHOP.de

Aktives Mitglied
25. März 2017
9
0
Das mag sein das es da einen minimalen Ubterschied gibt, es ist ganz einfach, das kann der Kunde nachrechnen und kommt auf Zahlen die er versteht, wenn ich das so machen das ich diesen Kunden keine individuellen Preise hinterlege bekommt der Kunde etwas angezeigt und er weiß nicht warum!
 

PL-ADM

Aktives Mitglied
7. Februar 2017
4
0
Liebes Forum,

ich habe jetzt mal bei uns im JTL Shop 4 der fast fertig ist, folgendes erlebt.

Ein Artikel Brutto 34,9 € / Netto 32,6168 € in Wawi
für B2B mit -25 % sind 24,4626 €

Werden im Shop richtig angezeigt.

Geschäftspartner meldet sich mit seinen Daten an und sieht seine Nettopreise, legt EINEN Artikel (Siehe Bild) in den Warenkorb und dort entsteht 1 Cent Unterschied zwischen Einzelpreis und Gesamtpreis. Wo liegt der Fehler, ich steh da grade etwas im Walde?

Danke für jeden Vorschlag.
 

Anhänge

Ähnliche Themen