Neu Suche: Hardwaretipps für neuen SQL Server

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Hallo zusammen,

vielleicht ist hier der ein oder andere User oder SP bei, der schon viel Erfahrung mit SQL bzw Server Hardware hat und mir ein paar Tipps geben kann worauf ich beim Serverkauf achten muss.

Erstmal zu uns: Wir sind ca 10-15 Mitarbeiter (inkl Packtische), die gleichzeitig an der Wawi arbeiten. Wir bedienen Amazon, eBay und aktuell noch 6 Shops. Wobei die Anzahl der Bestellungen sich in Grenzen hält.. Wir möchten nicht in die Cloud, da wir hier noch mit Bandbreiteneinschränkungen zu kämpfen haben :/

Aktuell betreiben wir einen Dell Server T320 von 2013, der funktioniert auch soweit noch ganz gut. Allerdings macht uns das Alter etwas Sorgen. Er hat sicherlich auf seine Betriebsdauer gesehen schon genug geleistet und darf jetzt durch einen neuen Server ausgetauscht werden, um einfach kein Risiko mehr einzugehen. Bzw als Backup-Server dienen wenn der neue doch mal ausfallen sollte.

Ich bin ein riesiger Dell Fan, deshalb würde es auch wieder ein Dell werden. Ich habe dazu mal folgende Konfiguration erstellt (siehe Screenshot) und würde um eine Beurteilung bitten :) Wo ich mir nämlich noch nicht ganz sicher bin, ist ob ich wirklich 2 CPUs brauche oder ob auch eine größere reicht, die dann bei Performance Problemen auf seinen Zwilling geupgraded werden kann? Arbeitsspeicher.. Aktuell kommen wir mit 48 GB ganz gut hin, denke 64 GB geben uns genug Ressourcen. 480 GB SSDs: Finde die Geschwindigkeit klasse und im RAID 10 Verbund m.M. das stabilste Setup. Wohingegen ich schon gelesen habe, dass es einige Auf System-SSD, Datenbank-SSD, Temp-SSD aufteilen, also für jeden Zweck eine eigene Festplatte.. Was macht denn nun am meisten Sinn?

dell_setup.jpg


Betriebssystem: Passend dazu brauche ich noch eine kurze Einschätzung zur Software. Da wir nicht wirklich alle Funktionen von Windows Server benutzen, würde ich gerne als Betriebsystem Windows Server 2019 Essentials hernehmen, da bin ich soweit unabhängig von Cores und Cals-Lizenzen.

SQL Server: Hier würde ich gerne auch direkt zum Neusten greifen, MS SQL Server 2019 Standard und entsprechend 15 Benutzer-Cals. Gibt es hier seitens JTL irgendwelche Einschränkungen auf die zu achten ist?

Ich bedanke mich schon mal im Vorraus für eure Hilfe!
Beste Grüße
David
 

Marc Völker

Moderator
Mitarbeiter
15. April 2014
1.915
215
Hürth
Hallo David,

Der Ideale Server ist immer eine Schwere Wahl. Im Normalfall musst du ja mit Kalkulieren, dass die Firma weiter wächst. Und damit auch die Anforderungen weiter wachsen und du nicht schon nach 2 Jahren einen neuen Brauchst.
In meiner Zeit als SP hatte ich diverse Server für Kunden zusammen gestellt. Dabei sollten zumindest klar sein, wo geht in den nächsten 5 Jahren die Reise hin. Sind zusätzliche Systeme wie CRM oder ähnliches geplant.

Daraus, dass dein SQL Server schon mehr als 1 GB Ram braucht, entnehme ich mal die hast eine Standard Edition.
Grundsätzlich wäre erst mal zu sagen, mehr als 16 Cores werden von diesem nicht genutzt. Daher reicht es meistens (wenn du nicht noch andere Dienste Betreiben willst) aus, einen Relativ Starken Prozessor zu wählen. Dann auch gerne mit weniger Cores, oder eben relativ Schwache mit mehr Cores. Damit könntest du den SQL Server dann gut auslasten.

Ich denke hier mal deine Anfängliche Einschätzung mit einem Stärken Core, und dann bei Bedarf aufrüsten, schadet nicht. Aber gebe hier acht, schneller als man denkt kann es passieren, dass die CPU dann End of Life ist, und man nur noch schwer eine 2 CPU bekommt. Hab ich tatsächlich bei dem einen oder anderen Kunden schon erlebt. Daher dieses Thema ziemlich genau im Auge behalten.

Zur Festplatten Konfiguration.
SSDs sind schön, sie sind schnell. Aber sie Altern auch ungemein Stark. Gerade bei einer Datenbank, wo viel geschriebe und gelesen wird. z.B. in den Transaktionslogs. Hier sollte man genau überlegen was man macht.
Raid 10 ist ansich schon das beste Raid Level für den SQL Server. Der sowohl Datensicherheit auch Geschwindigkeit kombiniert.

Auch im Fall von mehreren Physischen Festplatten, greift man auf nen RAID zurück.
Beim OS ist das meist ein Raid 1, da Spiegelung hier ausreichend ist.
Für die TEMP DBs kannst du auf RAID komplett verzichten. Da lieber eine NVMe SSD, die sind extrems schnell. Und da je nach Größe halten die auch recht lange. Da die Datenmengen die dort durch laufen Überschaubar sind.

Für die Reinen Datenbank Dateien die sogenannten MDFs, reicht normal ein Raid 10 mit Konventionellen Platten aus. Da ist das Preis Leistungsverhältnis ausreichend. Sollte jedoch das Geld da nicht zu knapp sitzen, kann man natürlich auch auf SSDs setzen. Die Transaktionslog dann wiederrum auf ein eigenes Raid legen. Die sind dann jedoch etwas Performance Kritischer, als die Datenbankdateien. Daher lohnen hier schon eher SSDs, wobei auch mit den Normalen kommt man aus.

Nun zum grund, warum man so eine Trennung in dann 4 Logische Festplatten macht.
Zum einen, hat es mit der Formatierung zu tun. Betriebssystem, bzw Partitionen mit vielen kleinen Dateien Formatiert man standardmässig mit 4KB, bei den Partitionen für den SQL Server sollte man jedoch mit 64 KB formatieren, da so der Datenzugriff schneller wird. Den der SQL Server liest immer in 64 KB blöcken, und wenn er dafür nur einmal auf der Platte lesen muss, geht das schnell als 16x.
Zudem sollte auch die Blockgröße vom Raid nicht zu klein gewählt werden, 64 KB sind hier auch ein guter Wert.

Der 2 Punkt, warum hier Partitionen nicht umbedingt reichen, ist die Thematik gleichzeitige Zugriffe. Den der SQL Server befeuert z.B. die Temp DBs am stärksten, direkt gefolgt von den Transaktions Logs. Am ende steht erst die echte Datenbank Datei. Falls du nicht gerade Daten ausliest, die nicht schon im Arbeitsspeicher vorgehalten werden.
Den gerade beim Schreiben, schreibt er von dem Transaktionslog zurück in die MDF erst dann wenn er gerade mal was Luft hat. Sprich geht das was langsamer, tut es nicht weh.

Bezüglich des Arbeitsspeichers kann ich dir nur sagen, gib ihm. Wenn du aktuell mit 48 GB gut auskommst, kann es aber auch sein, dass der SQL Server mit 64 GB immer noch nur gut auskommt ;)
Das solltest du dann im Auge Behalten, ist aber eben auch davon abhängig, wie groß deine Datenbank ist. Wie viele Mandanten du hast usw. Daher auf eine gute Belegung der RAM Plätze achten. Damit man sich hier nichts verbaut, wenn man aufrüsten muss. Bitte bedenke auch hier. Irgendwann reicht es. Der SQL Server Standard hat nen Cap von glaub 128 GB dazu können dann natürlich noch einige GB für andere Komponenten kommen. Ich meine so um die 256 reicht da auf jeden fall immer. Mehr wird der kaum brauchen.

Ich hoffe ich konnte dir hier ein paar Informationen geben, die dir bei der Serverauswahl helfen.
 

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Hi Marc,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort! Das hat mir schon mal weiter geholfen.

Ich habe nun bei Dell nochmal nach konfiguriert... Mit dem Prozessor ist es so eine Sache. Die etwas größeren Dell Server haben halt den 2. Sockel - ob ich den später mal nutze oder nicht, weiß ich gar nicht. Dann würde ich jetzt lieber einen etwas kräftigeren Prozessor nehmen und dann später den passenden dazu oder halt einen neuen.

Zu den Festplatten:

Konfi A:
Für das OS: BOSS Controller card + with 2 M.2 Sticks 240G (RAID 1),FH
Für die MDFs: 4x 600GB 15K RPM SAS 12Gbps 512n 2.5in Hot-plug Hard Drive, 3.5in HYB CARR im RAID10
Eine NVMe SSD kann ich bei Dell leider nicht konfigurieren. Daher für die Temps: 1x 480GB SSD SATA Mix Use 6Gbps 512 2.5in Hot-plug AG Drive,3.5in HYB CARR, 3 DWPD, 2628 TBW.

Oder Lieber Konfi B: (Glaube der BOSS Controller könnte schneller sein)
Für das OS: 2x 480GB SSD SATA Mix Use 6Gbps 512 2.5in Hot-plug AG Drive,3.5in HYB CARR, 3 DWPD, 2628 TBW im RAID1
Für die MDFs: 4x 600GB 15K RPM SAS 12Gbps 512n 2.5in Hot-plug Hard Drive, 3.5in HYB CARR im RAID10
Für die Temps: BOSS controller card + with 2 M.2 Sticks 240G (RAID 1),FH

Beim Arbeitssepeicher fange ich mit 64GB (2x 32GB) an.

Hast du noch eine Idee? Oder einen Verbesserungsvorschlag? :)
Freue mich auf deine Antwort!

LG
David
 

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Ahhh okay, ich habs nochmal durchgelesen.

Also im Prinzip logische Festplatten für je:

- Betriebssystem
- TEMPs
- LDFs
- MDFs

Ist das korrekt so?

LG
David
 

Marc Völker

Moderator
Mitarbeiter
15. April 2014
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215
Hürth
Genau, aber das ist halt so das "Unterste Perfekt" Nach oben kann man mehr machen. Aber damit ist man schon relativ gut aufgestellt.
In der Realität für normale Server leider schon schwer umsetzbar, den das würde ja im Idealfall 11 Festplatten benötigen. Und je nach Chassi hat man nur 6-8 Festplatten plätze.

Bezüglich der NVMe, was man machen kann, ist diese im Nachgang einbauen, den einen freien PCIx hat man ja meistens frei.
 

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Ich habs gefunden. Man muss bei Dell das Chassis auf 8x NVMe Drives umstellen.
Allerdings wird einem bei den Preisen der NVMe anders^^

1592297395035.png

Ich lasse mich später von Dell zurückrufen und dann schauen wir mal, was die mir für ein Angebot machen :)
 

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Hier gibt es eine günstigere 960GB für knapp 1000€ von Dell... Die Frage, die ich mir aktuell stelle ist, wie viel Speicherplatz benötigen die Temps und LDFs eigentlich?
Wäre 960GB, 500GB oder 240GB mit Kanonen auf Spatzen geschossen? Falls ja, dann würde es ja tatsächlich Sinn machen eine deutlich günstigere mit weniger (aber nötigem) Speicherplatz zu nehmen.

Bei den MDFs kann ich ruhig mehr nehmen, da die 15k SAS Flatten nicht sooo teuer sind. Dürfte ich die Platten eigentlich auch als Speicherplatz für Netzwerkfreigaben nutzen? Oder dafür auch lieber getrennte Platten, wegen der Formatierung in 64KB?
 

Marc Völker

Moderator
Mitarbeiter
15. April 2014
1.915
215
Hürth
Für LDF brauchste defintiv nen RAID, da die lebens wichtig sind.
Für die TempDbs reicht eine aus.

Aber tatsächlich brauchst du nur paar GB für Temps 10 Vielleicht...

Bei LDF kann es schon erheblich mehr sein. 250 würde ich hier auf jeden fall parat halten. Auch wenn in den meisten fällen sicher 20 reicht.
 

David_M

Aktives Mitglied
4. Januar 2011
99
19
Okay perfekt, vielen Dank nochmal.

Habe jetzt folgende Konfi:

CPU: Intel® Xeon® Silver 4210R 2.4G, 10C/20T
RAM: 64GB
Festplatten:
OS: BOSS controller card + with 2 M.2 Sticks 240G (RAID 1)
MDF: 2x 480GB SSD im RAID1
LDF: 2x 480GB SSD im RAID1
TEMP: 1x NVMe 280GB
SMB: 4x 480GB SSD im RAID10

Mit er Option auf 2. Prozessor und natürlich mehr RAM.
 

Marc Völker

Moderator
Mitarbeiter
15. April 2014
1.915
215
Hürth
kann man so machen. aber SMB würde ich eher wenn eh soviel platz da ist, lassen und auf ein NAS auslagern

Dann könntest du 4 für MDF und 4 für LDF nutzen, würde nur was geiler kommen,
aber ansonsten gut

P.S. SMB Raid 10 ist nicht das Optimalste, da kannste locker Raid 5 nehmen, haste mehr von
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
5.401
1.325
Okay perfekt, vielen Dank nochmal.

Habe jetzt folgende Konfi:

CPU: Intel® Xeon® Silver 4210R 2.4G, 10C/20T
RAM: 64GB
Festplatten:
OS: BOSS controller card + with 2 M.2 Sticks 240G (RAID 1)
MDF: 2x 480GB SSD im RAID1
LDF: 2x 480GB SSD im RAID1
TEMP: 1x NVMe 280GB
SMB: 4x 480GB SSD im RAID10

Mit er Option auf 2. Prozessor und natürlich mehr RAM.

Wir sollten auch mal unseren Server etwas updaten...was kostet dich der Spass in der config?
 

ChrisTS

Sehr aktives Mitglied
15. Oktober 2010
563
185
Gibt's das ganze auf jtl abgestimmt auch irgendwo fix fertig? So von einem Servicepartner mit Ahnung.
War doch was so drei Versionen 2000€, 5000€ und das Flaggschiff für 10000€
 
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Marc Völker

Moderator
Mitarbeiter
15. April 2014
1.915
215
Hürth
Gibt's das ganze auf jtl abgestimmt auch irgendwo fix fertig? So von einem Servicepartner mit Ahnung.
War doch was so drei Versionen 2000€, 5000€ und das Flaggschiff für 10000€
Ich glaub, da sich hier ja auch jede Woche die Preise, und die Komponenten ändern, wird es da kein Fertigen Kisten geben, mann muss immer Individuell planen, je nach Anforderungen.
 
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