Ja, natürlich müssen mittelfristig entsprechende Anbindungen kommen. Realistisch gesehen wird sowas aber durch Dienstleister umgesetzt und die Priorität ist nicht für alle Absatzwege gleiche groß.
Gerade für kleinere Shopsysteme wie den JTL
Shop...
Schauen wir mal in den JTL Shop:
Paypal - JTL
Stripe - Ninepoint
Payone - Webstollen
Ama Pay - Solution 360
Mollie - Webstollen
Unzer - Solution 360
Klarna - Solution 360
Payone - Webstollen
Das ist schlicht ne Frage der Resourcen auf Seiten der Dienstleister. Die KÖNNEN gar nicht die nötige Menge an spezialiserten Programmierern und Supportern vorhalten um jedes Shopsystem zu bedienen.
Was haben diese Plugins alle gemein? Sie sind kostenlos. Warum? Weil der Zahlungsanbieter dafür bezahlt. Und am Ende des Tages damit natürlich wir Händler.
Wollen wir Wetten abschließen wie teuer WERO wäre wenn Sie für jedes System in der Größenordnung von JTL ein eigenes Developer Team vorhalten müssten?
WERO muss mit überschaubarem Budget (wir reden hier ja nicht über Umsatzzahlen wie bei Paypal) gerade unter anderem folgende Probleme lösen:
1. Muss die interne Infrastruktur so aufgebaut werden, dass Zahlungsvorgänge sicher und fehlerfrei laufen und im Problemfall Kundensupport vorhanden ist und zwar so, dass der ganze Mist skalieren kann.
2. Muss für den Endkunden eine einfache Lösung zur Verwendung von WERO bereitgestellt werden - also eine App. Die steht derzeit bei 2,9* im Playstore - da ist also noch jede Menge Arbeit vor der Nase.
3. Muss die Bekanntheit des Systems erhöht werden - machen wir uns nichts vor, das bedeutet Werbung, und bei einem System in der Größe reden wir da nicht über ne 3x3 cm Anzeige im Buxtehuder Abendblatt.
4. Muss das System als Zahlungssystem etabliert werden - und da reden wir jetzt nicht nur über Webstores sondern auch und vor allem über den lokalen Handel. Der Kunde muss überall damit bezahlen können sonst nutzt er es nicht.
Und ja, das kostet Milliarden wenn Du in die Größenordnung von Paypal vordringen willst. Giropay hat im letzten Jahr seiner Existenz 25 Millionen Transaktionen abgewickelt. Da haben 100 Hanseln gearbeitet. Ergebnis waren 8 Millionen Verlust. Und die waren da wohlgemerkt schon überall ausgerollt, die Initialkosten waren längst abgefrühstückt.
Kommen noch Kleinigkeiten hinzu wie der in DE noch ziemlich überschaubare Anteil an Banken, die das System derzeit unterstützen, generelle Komplexität im Bereich Banking (Geldwäsche, Critis etc) und es ist völlig klar, dass die als Thema gerade nicht haben wie man ein Plugin für den JTL Store baut. Der zentrale Vorteil von WERO ist ja auch, dass das mal keine DE Sondernummer ist sondern in anderen Ländern schon gut angenommen wird. Da willste erstmal BOL als Partner gewinnen und nicht JTL.
Der Weg über PSPs ist absolut nachvollziehbar und die einzige Chance das Ding auf breiter Front auszurollen. Die haben mehr als genug zu tun mit den großen Einzelhändlern Lösungen zu entwickeln - Wero arbeitet daran das Payment für Leuchtturmpartner wie Lidl oder Rossman auszurollen. Nebenbei soll nächstes Jahr auch noch iDeal integriert werden.
Kurz, es wird irgendwann sicher eine Lösung für den JTL Shop geben. Stand jetzt ist es aber 100% nachvollziebar, dass Wero den Onlinehandel erstmal über Partner anbindet.
Und ja, da sind wir dann wieder beim Thema digitale Souveränität: Einen europäischen Zahlungsdienstleister über einen europäischen PSP anzubinden ist ein Wert an sich. Dass das Ding auch über PSPs immer noch günstiger sein wird als Paypal, KKs etc macht das ganze nur noch attraktiver. Wir haben alle das eindeutige Interesse, dass der Rollout lautlos über die Bühne geht. Es wäre hirnrissig das nicht über PSPs zu machen.