Neu Fehlerhafte Steuerberechnung bei Auslandversand

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Es gibt mit schöner Regelmäßigkeit deutsche Unternehmer die in Ihren Stammdaten ihre deutsche Umsatzsteuer-ID eintragen und dann jedoch eine Bestellung mit Lieferadresse im EU-Ausland tätigen.
Der Shop berechnet die Umsatzsteuer korrekt (nämlich die des Lieferlandes), die Wawi macht daraus jedoch die deutsche Umsatzsteuer.
Dies sollte eigentlich mit der aktuellen Version gefixt sein (Ticket Wawi-59806) - ist es aber leider nicht.

Dieses Szenario haben wir mindestens einmal wöchentlich. Mir fällt das Ganze dann in der Buchhaltung auf die Füße und verursacht zusätzliche Arbeit.
Rechnung stornieren, Steuer korrekt eingeben, neue Rechnung erstellen, Kunden anschreiben (wie peinlich) und das Ganze in der Buchhaltung korrigieren.
Zudem tragen wir dann auch regelmäßig die finanzielle Differenz...
 

Enrico W.

Administrator
Mitarbeiter
27. November 2014
9.218
1.958
Da muss ich leider ein Veto einlegen: Das Ticket ging um eine falsch hinterlegte Umsatzsteuer-ID (Muster Ust-ID DE1234556123123 - Hier wurde dann US vom System erkannt). Im Endergebnis habt ihr natürlich in beiden Fällen eine falsche Steuer im Auftrag.
Ob die Wawi hier etwas falsch macht kann ich so leider gerade nicht beurteilen. Magst du dazu bitte mal ein Supportticket aufmachen?
 

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Lieber Enrico,

dein Veto kann ich leider nur bedingt gelten lassen. Das Ticket Wawi-59806 geht auf mich zurück und ich hatte damals beide Fehlervarianten per TV aufgezeigt. Wenn das Ticket dann nur zur Hälfte angelegt und bearbeitet wird...
Hier das aktuelle Supportticket: Ticket#2022031610003189

LG
Simone
 

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Jetzt muss ich doch mal ein wenig zurück rudern und mich auch entschuldigen!
Diese ganzen Umsatzsteuereventualitäten machen mich schon ganz schwindelig.

Die Wawi macht alles richtig.
  • Rechnungsadresse Deutschland, deutsche Umsatzsteuer-ID vorhanden, Lieferadresse EU-Ausland -> deutsche Steuer
  • Rechnungsadresse Deutschland, andere Umsatzsteuer-ID (egal aus welchem Land), Lieferadresse EU-Ausland -> steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung
  • Rechnungsadresse Deutschland, keine Umsatzsteuer-ID, Lieferadresse EU-Ausland -> ausländische Steuer weil Fernabsatz
Es hakt bei uns anscheinend an den Mailvorlagen aus dem Shop. Dort wird die Steuer verkehrt ausgewiesen - anderes Thema.
 

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Habe heute morgen extra noch mal mit unserem Steuerberater telefoniert... 😳
So kommen die Aufträge aber auch in der Wawi an.
Fernabsatz und somit ausländische Steuer ist ja für Verbraucher und mit der Umsatzsteuer-ID outet sich der Kunde ja als Gewerbekunde.
 

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Das Verfahren richtet sich an Unternehmer, die im Inland ansässig sind und gegen Entgelt

  • Dienstleistungen an Privatpersonen in Mitgliedstaaten der Europäischen Union erbringen, in denen sie nicht ansässig sind oder
  • innergemeinschaftliche Fernverkäufe von Gegenständen tätigen oder
  • eine elektronische Schnittstelle zur Verfügung stellen, durch deren Nutzung sie die Lieferung von Gegenständen innerhalb eines Mitgliedstaats durch einen nicht in der Gemeinschaft ansässigen Steuerpflichtigen unterstützen und deshalb behandelt werden als ob sie die Gegenstände selbst geliefert hätten.
Da steht ausdrücklich "an Privatpersonen".
Alles was mit Unternehmern als Kunden zu tun hat kann dann nur eine innergemeinschaftliche steuerfreie Lieferung oder im Inland steuerbar sein.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: aadursun und SebiW

SebiW

Sehr aktives Mitglied
2. September 2015
3.112
1.628
Da steht ausdrücklich "an Privatpersonen".
Alles was mit Unternehmern als Kunden zu tun hat kann dann nur eine innergemeinschaftliche steuerfreie Lieferung oder im Inland steuerbar sein.
Würde ich auch so sehen, zumindest so lange eine geprüfte VAT Nr. vorliegt.
Zentrale Frage dabei ist aber, ob eine VAT ID des Lieferlandes vorliegt. Interessante Frage, hatte ich tatsächlich noch nicht:
Bei Hinterlegung einer deutschen VAT ID und Lieferung ins EU Ausland, gilt das dann als innergemeinschaftliche Lieferung oder wird dazu eine VAT aus dem Lieferland benötigt?
Da wir gerade auch an einem B2B Shop arbeiten kucke ich hier mal zu.
 

waagenwelt

Sehr aktives Mitglied
30. September 2012
504
145
Toppenstedt
Hallo Simone,
Da steht ausdrücklich "an Privatpersonen".
das stimmt.
Ab dem Ende der Zeile folgt dann aber "oder innergemeinschaftliche Fernverkäufe von Gegenständen tätigen"
Mein Verständnis ist, dass die VAT-ID des Ziellandes benötigt wird, um steuerfrei liefern zu dürfen und dass Unternehmen ohne Zielland VAT-ID eben wie Verbraucher behandelt werden müssen.
Ich lerne aber gerne dazu.

Viele Grüße
Stefan
 

Simone_die_Echte

Sehr aktives Mitglied
10. April 2014
1.385
417
Ich lese das so, dass sich die erste Zeile auf Dienstleistungen bezieht und die zweite auf Warensendungen - aber alle drei Zeilen sind auf B2B gemünzt.

innergemeinschaftlicher Fernverkauf = B2B
innergemeinschaftliche Lieferung = B2C

Die Voraussetzung für eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung ist eine von einem anderen Mitgliedsstaat erteilte gültige USt-ID (nicht die deutsche, aber auch nicht zwingend die vom Zielland). Du kannst auch als deutscher Unternehmer eine USt-ID in Finnland haben und dir die Ware nach Griechenland liefern lassen. Bleibt steuerfrei.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: aadursun

Ähnliche Themen