Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Julian

Sehr aktives Mitglied
15. März 2008
704
165
Hallo allerseits,

dieses Posting dreht sich vor allem um eine immer höher kochende Meinungsverschiedenheit zwischen mir und einer Mitarbeiterin. Es geht darum, was "richtig" ist und darum, was "alle anderen" machen. Ich wäre mal für ein paar Meinungen sehr dankbar, es geht letztlich um die Prozesse, wann Lagerware wie gebucht wird.

Im Kern:
Ich will einen Teil der Ware aus meinem Lager zu Amazon senden (ich betreibe sowohl FBA als auch Multichannel). Dazu erstelle ich eine neue Sendung im Sellercentral, wo ich die Ware auswähle, und drucke mir die Übersicht über die Sendung noch einmal aus. Die Ware wird verpackt und an Amazon geschickt. Ein paar Tage später wird sie bei Amazon eingebucht (das passiert ja automatisch von Amazon) und zu dieser Zeit nehme ich dann meine ausgedruckte Sendungsübersicht und buche die Ware im Lager aus.

Meine Mitarbeiterin meint nun: "Keine Ware verlässt das Lager ohne Lieferschein" und meint, ich solle den Lieferschein erstellen und buchen wenn ich die Ware verschicke. Ich bin der Meinung, wenn ich das mache habe ich ggf. Produkte "ohne Bestand", obwohl die Produkte ja im Bestand sind, nur eben auf dem Weg von einem Lager zum anderen. Genau da ist mein Problem: Ich will ja, daß die Produkte im Shop weiterhin lieferbar sind und nicht auf einmal aufgrund fehlendem Bestand nicht mehr angeboten werden, nur weil sie ja "unterwegs" sind.

Hier gehen unsere Meinungen nun gewaltig auseinander:
Sie meint, das wäre ein Problem mit meinen Shops, daß die Ware nicht lieferbar ist, wenn sie unterwegs ist, doch die "Schummelei", den Warenausgang erst bei Eingang im Amazon-Lager zu buchen ist Ihrer Meinung nach eine sehr unrunde "Schummelei". Ich andererseits bin der Meinung, daß es sich hier nur um einen kleinen "Reibungspunkt" handelt, der vertretbar ist, weil andere Dinge wichtiger sind (Lieferbarkeit im Online-Shop).

Der hauptsächliche "Zoff-Punkt" ist nun die Aussage "Jede andere Firma bucht das korrekt". Sprich: Jede andere Firma würde den Lieferschein buchen, sobald die Ware unterwegs ist zu Amazon. Ich dagegen glaube, daß schon nur die wenigsten Firmen ein ordentliches Lager führen, daß aber die, die ein ordentliches Lager führen, noch lange nicht alle so überkorrekt sind, eine Warensendung an Amazon wirklich schon bei Versandt auszubuchen. Klar wird es einige geben, und Firmen mit mehreren Groß-Lagern müssen natürlich sehr genau auf die Lagerbestände gucken. Da gilt sicherlich der Grundsatz "Keine Ware verlässt das Lager ohne Lieferschein".
Wir allerdings haben mit ca. 400 Produkten und Beständen zwischen 2 und 20 Stück pro Produkt, aufgeteilt auf Amazon und zuhause, nicht unbedingt ein großes Lager. Und die Frage ist ... wie handhabt Ihr das denn nun?

Ich sehe es so:
- Sie ist überkorrekt aus der "Lager-Perspektive".
- Ich gucke von "etwas weiter oben" und muß entscheiden, an welcher Stelle es "unrund" sein darf.
- Ihr passt es nicht, daß ich der Meinung bin, besser es ist "an der Lagerbuchung unrund, als an der Lieferbarkeit"

Liege ich falsch?
Und ... wie macht Ihr das?

Alles Liebe, Julian!
 

wawi-dl

Sehr aktives Mitglied
29. April 2008
6.727
813
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Wer Chef? Wer Mitarbeiterin? ;) ... es liest sich aber, als ob hier wirklich dicke Luft ist, hier mal Klartext reden ^^

Also es dreht sich doch um einen Gesamtlagerbestand, der sozusagen gesplittet wird, Restbestand ist für alle Shops und der gesplittete Warenbestand ist ausschließlich für Amazon bestimmt.

Für mich würde das bedeuten, ich mache eine Lagerumbuchung / Korrekturbuchung, so dass alle Bestände wieder stimmen, allesamt hat doch mit Lieferscheinen nichts zu tun?!
 

Julian

Sehr aktives Mitglied
15. März 2008
704
165
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Wer Chef? Wer Mitarbeiterin? ... es liest sich aber, als ob hier wirklich dicke Luft ist, hier mal Klartext reden ^^

Keine Bange, wir müssen uns manchmal auch zusammenraufen. *lach*
Und sie meldet sich sicherlich auch gleich hier. Weil sie wird die Antwort, daß das "nichts mit einem Lieferschein zu tun hat", garantiert auseinandernehmen wollen. :D

Für mich würde das bedeuten, ich mache eine Lagerumbuchung / Korrekturbuchung, so dass alle Bestände wieder stimmen, allesamt hat doch mit Lieferscheinen nichts zu tun?!

Okay, da hat sie mich schon so weit gebracht, daß ich mich auf Lieferscheine einlassen würde. Dennoch gebe ich Dir recht: Für mich hat das erstmal auch nichts mit Lieferschein zu tun.
Allerdings ist es schon gar nicht so einfach, das "passende" zu finden. Eine Lagerumbuchung geht ja nicht, weil Amazon von sich aus gebucht wird. Es müsste also eine Korrekturbuchung sein. Nur steht für mich eien "Korrekturbuchung" dafür, Fehlbestände anzupassen, und gehört nicht so recht in eine normale, regelmäßige und geplante Bestandsveränderung, oder sehe ich das falsch?

Alles Liebe, Julian!
 

wawi-dl

Sehr aktives Mitglied
29. April 2008
6.727
813
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Julian, Lieferschein ist für mich für Kunden, hat mit Warenschieberei nichts zum tun.

Nochmal, du lagerst deine Ware auf 2 Lager ein, also HAST du auch 2 Läger in der Wawi zu verwalten, einmal dein eigenes und das von Amazon.

Ob du von Amazon hier Rückmeldung bekommst oder nicht, würde ich parallel mein 2. Lager führen zur Kontrolle bzw. für weitere Geschäftsprozesse, Warenbedarfsermittlung, Mindestlagerbestand usw.

Korrekturbuchungen machst du an allen Lägern, da Amazon wie auch du evtl. Versandverlust haben kannst.
 

lumbert

Gut bekanntes Mitglied
2. April 2009
338
21
Berlin
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Wir buchen die Artikel via Korrekturbuchung aus. Artikel die dann nicht mehr lieferbar sind, sind halt nicht mehr lieferbar. Sobald die Artikel bei Amazon angekommen sind, werden diese ja wieder automatisch im Bestand der Wawi erhöht. Den "Warenfluss" kannst Du so allerdings nicht mehr nachvollziehen.

Hintergrund: Gibt es ein Problem mit der Sendung zu Amazon (Einbuchung verzögert sich, Paket wird beschädigt, Verlust, Fehler beim Etikettieren, etc.etc.) habe ich ggf. schon Verkäufe für Ware die gar nicht mehr vorhanden ist und den Stress will ich mir nicht antun. Allerdings muss ich dazu sagen, das unser Sortiment auch spezieller ist und nicht auf Zuruf beliebig nachbestellbar ist (gebrauchte Artikel / Raritäten).

Laut eines älteren Forum-Eintrags wird JTL in Zukunft wohl eine Möglichkeit bereitstellen, die Warensendung für Amazon direkt aus der Wawi zusammenzustellen. Ich würde vermuten, das dies über ein extra Lager umgesetzt wird und spätestens dann wärst Du die Korrekturbuchungen los - das ist aber nur reine Mutmassung von mir.
 

casim

Sehr aktives Mitglied
26. Juni 2012
5.934
10
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Korrekturbuchungen sind ...imho... alle Lagerbestandsveränderungen, die nicht aus einer regulären Bestellung auf Basis eines Bestell-Lieferscheins abgewickelt werden.

Somit auch das Verschieben von Lager A -> Lager B
 

Julian

Sehr aktives Mitglied
15. März 2008
704
165
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

@lumbert:
Das war für Sandra natürlich eine Steilvorlage: Sie meint, daß die Ware, die "unterwegs" ist, keinesfalls im Bestand sein darf weil sie ja nicht da ist. Ich denke aber, bei Raritäten ist das natürlich sehr viel sensibler, ich arbeite mit Ware, die ich einfach nachbestellen kann. Und wenn ich 100 Stück einer Ware zu Kleinpreisen zu Amazon sende will ich nicht in der Zeit "ohne Bestand" sein.

@ wawi-dl:
Du arbeitest nicht mit FBA, oder?
Amazon bucht das ganze von alleine ein und die Bestände werden in die JTL-Wawi übernommen.

Zitat Sandra:
"Du sprichst ovn einer Lagerumbuchung und kein Schwein weiß, daß Du auf dieses verf.... Amazon-Lager keinen Zugriff hast".


Alles Liebe, Julian!
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.649
1.966
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Was mich bei den Korrekturbuchungen von Anfang an störte:
Es gibt keinen Korrekturgrund den man angeben bzw. auswerten könnte (außer Text, aber das ist kein Code/Grund)

So müsste auch eine WarenVERSCHIEBUNG von Lager / auf Lager von Korrekturen auseinander gehalten werden können.

-> Ein Verschiebung ist keine Korrektur, denn der Bestand des Artikels ändert sich dadurch nicht, weder Verlust noch aus dem Nirvana aufgetauchter physischer Bestand
 

MagnusR

Gut bekanntes Mitglied
24. Januar 2012
472
8
Nähe Nürnberg
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Was mich bei der ganzen Angelegenheit wundert ist,
hat von euch noch nie jemand einen Steuerprüfer im
Haus gehabt?

Oder, wie erklärt man einem Finanzbeamten, der deine
Inventur überprüft, einen Lagerbestand der gar nicht
da ist?
Aus meiner Erfahrung müßte ich der Kollegin recht geben.

Meine mich liebende Gattin (Bilanzbuchhalterin) hat schon
so manchen Zettel aus ihren Ordnern gezerrt, der wichtig war.

Ich denke, jeder hält seine Bücher so wie sein Buchhalter meint. :)
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.649
1.966
AW: Zoff im Paradies von FBA und Lagerverwaltung

Was mich bei den Korrekturbuchungen von Anfang an störte:
Es gibt keinen Korrekturgrund den man angeben bzw. auswerten könnte (außer Text, aber das ist kein Code/Grund)

So müsste auch eine WarenVERSCHIEBUNG von Lager / auf Lager von Korrekturen auseinander gehalten werden können.

-> Ein Verschiebung ist keine Korrektur, denn der Bestand des Artikels ändert sich dadurch nicht, weder Verlust noch aus dem Nirvana aufgetauchter physischer Bestand

Wie ich heute erst sehe gibt es auf dem Artikelkonto den Typ "Warenverschiebung", die WAWI merkt das also von selbst ohne Angabe eines Codes für den Grund.

Somit fehlt also nur "Ware unterwegs", also "Goods in Transit", ob dieser Prozess mit WMS wohl 2stufig wird, also "ausbuchen" = "unterwegs" und "einbuchen" ?
Die Ware ist dann am Ausgangslager reserviert, beim Eingangslager im Zulauf und erst verfügbar im Eingangslager wenn die Verschiebung eingebucht wird.
Aber was wohl bleiben wird: Ein Artikel der verschoben wird ist für den Verkauf nicht verfügbar.

Ich denke mit WMS gibt es da eine Lösung, denn die Ware muss bei einer Verschiebung "irgendwie" entnommen werden können, hat aber keinen normalen Auftrag als Empfänger der Ware, kann also nicht ausgebucht werden nach dem "Pick" ohne "Pack" für einen Auftrag. Also eine neue Auftragsart oder eben einen "Ware unterwegs"-Status.
 
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