Macht es noch Sinn, auf dem Marktplatz OTTO zu verkaufen?

serio

Aktives Mitglied
16. April 2014
54
3
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Situation sieht derzeit wie folgt aus.
Im Oktober hat OTTO eine neue Regel eingeführt, wonach Produkte, die länger als 12 Monate nicht auf der Plattform verkauft wurden, gesperrt werden. Es gibt keine weiteren Erläuterungen dazu: Sind sie für immer gesperrt oder kann man sie irgendwie entsperren? Der Link zu den Informationen führt ins Leere.
https://account.otto.market/s/artic...ern-und-Produkten-mit-erhoehter-Retourenquote

Screenshot 2026-03-11 11.19.46.png

Diejenigen, die auf der Handelsplattform OTTO handeln, wissen, dass die Verkäufer dort wie der letzte Dreck behandelt werden, sogar noch schlechter als bei Amazon. Man hat den Eindruck, dass das Management von OTTO aus ehemaligen Amazon-Mitarbeitern besteht, die das Schlimmste von Amazon übernommen haben und dies nun an ihrem neuen Arbeitsplatz umsetzen.

Hier ist die Antwort auf unsere Anfrage:
[AW] „extremer Umsatzrückgang” (Ticket-Nr. 20298883)

Hallo Y***** K******,
vielen Dank für Ihre Nachricht und das Vertrauen, das Sie in uns setzen.
Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir aktuell aufgrund von begrenzten Kapazitäten nicht in der Lage sind, Ihnen eine Betreuung anzubieten.
Sobald wir wieder über die nötigen Kapazitäten verfügen, stehen wir Ihnen gerne für eine Beratung zur Verfügung und kommen auf Sie zu.
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis.

Im Helpdesk antworten
Bitte beantworten Sie das Ticket innerhalb der nächsten 72 Stunden, danach wird es geschlossen und kann nicht erneut geöffnet werden.
Viele Grüße
Ihr Team von OTTO Market


Insgesamt ist der Umsatz bei OTTO um 80 % zurückgegangen und deckt derzeit noch die monatliche Abonnementgebühr von 100 € sowie die Verkaufsprovision und die aufgewendete Arbeitszeit.

otto.jpg

Fragen, die sich ein Unternehmer stellen könnte, der auf die Lösung des Problems ausgerichtet ist:
1. Können die von OTTO gesperrten Produkte wiederbelebt werden? Keine Informationen!
2. Kann man die gesperrten Produkte in JTL WAWI sehen? Nein, das ist nicht möglich!
3. Das Listing löschen und neu erstellen? Nicht möglich.
4. Sich an den Support wenden? Nicht möglich!

Hat jemand eine Meinung oder Erfahrung mit OTTO? Macht es überhaupt Sinn, etwas zu verkaufen und dafür Arbeitszeit zu investieren?
 
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BeniF

Sehr aktives Mitglied
27. September 2018
430
142
Versuch doch mal eine andere EAN zu verwenden...

Zum Thema Otto: Die Retourenquote ist bei uns extrem hoch, die Artikel werden oft gar nicht erst ausgepackt. Top Marken werden von Otto blockiert, sodass man nur verkaufen kann, wenn Otto den Artikel nicht vorrätig hat. Support bei Problemen sehr mangelhaft.
 

SebiW

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2. September 2015
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Otto haben wir nach einer Testphase erst gar nicht komplett ausgerollt. Schlechter Service, hohe Kosten, obskure Masken und kranke Retourenkosten - äh, nein danke.
 
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serio

Aktives Mitglied
16. April 2014
54
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Versuch doch mal eine andere EAN zu verwenden...

Zum Thema Otto: Die Retourenquote ist bei uns extrem hoch, die Artikel werden oft gar nicht erst ausgepackt. Top Marken werden von Otto blockiert, sodass man nur verkaufen kann, wenn Otto den Artikel nicht vorrätig hat. Support bei Problemen sehr mangelhaft.
Wir haben mehr als 19.000 Artikel. Das Hantieren mit EAN ist sehr zeitaufwendig und führt zu zweifelhaften Ergebnissen.

OTTO macht derzeit etwa 3 % unseres E-Commerce-Umsatzes aus. Aber in naher Zukunft müssen wir uns auf den deutschen Binnenmarkt konzentrieren...

Im Sommer tritt ein neues repressives Gesetz zur Registrierung von Verpackungen in den EU-Ländern in Kraft. Der einzige, der von diesem Gesetz profitieren wird, ist unser geliebter Amazon. Es ist an der Zeit zu verstehen, dass die Geschichte vom freien Handelsraum der EU ein Märchen war.
 

SebiW

Sehr aktives Mitglied
2. September 2015
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Die neuen Verpackungsrichtlinie ändert kurzfristig nicht übermässig viel, sie synchronisiert nationale Regelungen nur als EU Recht. Auch bisher musstest Du Dich für den Versand in andere EU Länder bereits bei lokalen Entsorgungskreisläufen anmelden.
Wenn Du bisher Zeug in EU Länder ohne Entsorgungsregistrierung geschickt hast, dann hast Du schon immer gegen Gesetze des jeweiligen Landes verstoßen. Einziges Land ohne Meldung bei Kleinstmengen ist Niederlande.
Stand jetzt wirds halt nur (vielleicht) teurer weil man (möglicherweise) auch noch nenn Bevollmächtigten bezahlen darf - darüber diskutieren sie aber noch fleissig.

Harmonisierte Kennzeichnung etc kommt nicht vor 28, wahrscheinlich eher Richtung 30. EPR gilt frühestens ab 27, die Register sind noch nicht fertig. De facto gilt ab August nur Kennzeichnungspflicht und da gibts für bereits produzierte Verpackungen ne 3jährige Übergangsfrist. Nicht nervös werden.
https://www.verpackungsgesetz.com/t...ische-verpackungsverordnung-eu-verpackv-2025/
 
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serio

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16. April 2014
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1. Es ist eine ziemliche Herausforderung, in 27 EU-Ländern einen Bevollmächtigten zu haben (finanziell und zeitlich).
2. Händler aus Nicht-EU-Ländern interessieren sich nicht für diese Beschränkungen.
3. Mehrfache Zahlung von Lizenzen für ein und denselben Karton...

Ich sehe darin keinen einzigen Vorteil, weder für den Naturschutz noch für den Schutz des Binnenhandels.

Globale Händler wie Amazon profitieren davon. Hallo an die Lobbyisten der Europäischen Kommission!
 

SebiW

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2. September 2015
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Ob der verpflichtende Bevollmächtigte für EU Händler überhaupt kommt steht keineswegs fest. Ein entsprechender Vereinfachungsvorschlag liegt im Rahmen des Environmental Omnibus vor und hat gute Chancen: https://environment.ec.europa.eu/do...n?filename=COM_2025_982_1_EN_ACT_part1_v5.pdf

Deutschland bspw hat die Möglichkeit einen Bevollmächtigten zu benennen schon 2021, lange vor Verabschiedung der EPR eingeführt, seit 2022 ist dies für nicht deutsche Marktplatzhändler de facto pflichtig.
Auch in FR 2022 / ES 2023 / AT 2023 / DK 2024 gelten entsprechende Pflichten schon länger, isnbesondre im Marktplatzumfeld.

Kurz: Es ändert sich wahrscheinlich nichts für Händler, die bisher schon sauber lizensieren. Auch bisher war eine lokale Registrierung und Teilnahme an Entsorgungssystemen in den meisten EU Ländern schon pflichtig. Insbesondere DK und AT sind da verdammt hinterher.

Amazon und andere Marktplätze sind übrigens an dieser Stelle insbesondere im Blickfeld der EPR. Siehe: https://deutsche-recycling.de/blog/epr-nachweisfuehrung-ab-2026-rechtssicher-umsetzen/
Genau hier geht es darum dass nicht EU Händler nicht mehr durch die Laschen der bisherigen PPWR schlüpfen können indem die Marktplätze direkt verpflichtet werden die verkauften Produkte auf Konformität zu prüfen. Und im Zweifel für Vergehen zur Kasse gebeten werden können.

Die Vorlizenzierung von Versandkartons in DE ist hier beim länderübergreifenden Absatz allerdings tatsächlich ein Problem. Allerdings keines, dass in gleicher Form vorher nicht genauso bestünden hätte. Auch vor der EPR warst Du schon für die Anmeldung von Verpackung im Lieferland zuständig.

Insbesondere non EU Händler sind im besonderen Blickfeld dieser Änderung. Wer bisher seinen Pflichten rund um die Entsorgungsregistrierung bereits nachgekommen ist wird, sollte die Erleichterung des Environmental Omnibus verabschiedet werden, dank der standardisierten Meldeverfahren und Rechtsgrundlagen zukünftig sogar weniger Stress haben als bisher.