Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

gerhard5302

Sehr aktives Mitglied
21. Juli 2006
4.219
29
Henndorf am Wallersee (Österreich)
Hallo,

in einem österreichischen Onlineshop weit weg von der Schweizer Grenze ist das hier bei Versand/Zahlung zu finden:
"
Die im Shop sichtbaren Preise sind Endpreise, es kommen KEINE EXTRAKOSTEN mehr auf den Käufer zu.
Wir übernehmen die Abführung der 8% Einfuhrumsatzsteuer und die kompletten KOSTEN für den Zoll und die Zollabfertigung.
Wir akzeptieren uneingeschränkt Zahlungen in Schweizer Franken.
(Anm.: dann ist ein Postfinanz Konto in Bern angegeben)
"
Versand erfolgt offenbar mit der Post und Speditionen (verkauft auch viel größeres, sperriges Zeug) und ab CHF 82,-
versandkostenfrei (darunter 11,- CHF Versandkosten), PayPal, Kreditkarten usw. selbstverständlich ohne Gebühren.

Die s.g. "Endpreise" im Shop hat er mit inkl. 20% österr. USt. ausgewiesen. Die muß er also allemal in AT abführen.

Frage: Wie macht der das? Speziell das mit dem Zollabwicklung und der Schweizerischen MwSt.?

lg
Gerhard
 

igel-max

Sehr aktives Mitglied
3. August 2009
3.181
121
Schwarzach a Main
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

vieleicht eine niederlassung in der schwitz :+)
auch ich habe viele mitbewerber die es in germany so machen.
 

gerhard5302

Sehr aktives Mitglied
21. Juli 2006
4.219
29
Henndorf am Wallersee (Österreich)
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

Wenn das Lager in Österreich ist, der Versand aus Österreich erfolgt, die Rechnung auch aus Österreich inkl. der österr. MwSt. ausgestellt wird zahlt er ja dann doppelt MwSt. und noch dazu die ganzen Kosten für die Zollabfertigungen auf beiden Seiten. Das rechnet sich doch so nie?!

Noch dazu sind seine Produkte (nein, er ist kein Mitbewerber von uns) eher nicht hochpreisig (Kartonagen, Verpackungsmaterial usw.).
Hmmm.... da müssen ja dann ganz ordentliche Spannen drin sein damit sich das alles wirklich rechnet und die nächste Steuerprüfung überlebt...

lg
Gerhard
 

buergi-ks

Gut bekanntes Mitglied
1. November 2006
676
5
Mitten in Deutschland
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

Hallo Gerhardt,

wieso führt er die Steuer ab? Für mich ist es so - der Händler verkauft so, oder so für den Bruttopreis, in EU für Netto + MwSt, beim Export in die Schweiz wird er die Bruttopreise = netto machen, nur so kann er die kompletten Kosten decken. Zollabwicklungsgebühren, Versand sind zumindestens aus Deutschland für eine Sendung unter EUR 1000,-- nicht unter 15,-- EUR (DHL + DPD) zu machen. Dazu kommen 7,6 % Steuern, Postvorweistaxe, Verpackungsmaterial und die Arbeitszeit für die besc... Papiere. Der Kunde muss dann nicht mehr rechnen - und er weiss okay, das ist der Preis. Wenn Ihr das machen wollt müsst Ihr nur die Frankatur ändern.

Wenn wir über Amazon nach CH verkaufen machen wir das genauso - Brutto = Netto.

Um die Kosten für den Versand in die Schweiz zu drücken, lohnt es sich ab einer gewissen Paketanzahl eine Schweizer Niederlassung zu eröffnen und für alle Pakete eine Sammelverzollung zu machen (nur 1x Zollabwicklungsgebühren und dann normaler Versand).

Alternativ frag doch mal beim Kollegen an, ob Ihr nach der Ausfuhr die Umsatzsteuer erstattet bekommt 🙂)
 

Nippon

Gut bekanntes Mitglied
1. Juni 2009
743
8
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

Ganz einfach: Bei den Exportpapieren (z.B. für GLS) kann man angeben, dass der Versender alle Kosten (also Schweizer Mwst, Zoll und Zollabfertigung) übernimmt. Im Gegenzug bekommt der Shop natürlich die 20 % Mwst aus Österreich (bzw. 19 % Mwst bei uns in Deutschland) zurückerstattet und wenn die Gebühren sowie Zoll und 7 % Mwst der Schweiz günstiger sind, kein schlechter Deal.

Die Kunden zahlen dann ja indirekt trotzdem alles selbst, da in den 20% einkalkuliert.

Da wäre ich hier in Deutschland aber wieder unsicher bzgl. der Rechtslage mit Preisangabe, wenn "inkl. 19% MwSt" dabei steht, im Endeffekt aber dann andere Werte existent sind.
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
14.721
1.988
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

Hm. Also genau so wie beschrieben wird das nicht gehen. Shop ist Shop, aber vermutlich wird die effektive Rechnung anders aussehen - also die Bruttobeträge lt. Shop (inkl. UST), werden dann zu Netto-Beträgen inkl. 0 % UST (20 Euro bleiben 20 Euro). So hat die Finanz nichts zu meckern, denn wie das Angebot im Shop aussieht, sehen die nicht bzw. interessiert sie nicht und auf dem Papier ist alles TippTopp und der Zahlungsbetrag für den Kunden ist auch korrekt - so wie angeboten, nur wenn einer auf Nettolieferung bestehen würde (also ein Schweizer der sich auskennt), der würde dann die 20 % reklamieren.
Bei uns im Grenzgebiet führen die Schweizer Kunden selber aus und bekommen an der Grenze einen Stempel auf die Rechnung und überweisen dann nur Netto, sofern sie mir die Rechnung mit Stempel zusenden ist das korrekt, die Hefte ich dann zu meinem Original und alles ist in bester Ordnung.
 

XYZ

Sehr aktives Mitglied
21. September 2011
2.541
10
AW: Lieferungen in die Schweiz: Wie macht der das?

Da wäre ich hier in Deutschland aber wieder unsicher bzgl. der Rechtslage mit Preisangabe, wenn "inkl. 19% MwSt" dabei steht, im Endeffekt aber dann andere Werte existent sind.

Warum? Es ist und bleibt eine Ausfuhrlieferung und sobald der schweizer Kunde im Shop eingeloggt ist, sieht er ja die Nettopreise. Bis dahin verschickst Du also auch Netto und dann änderst Du noch die Frankatur, so das Du alle Verzollungsgebühren und den Zoll übernimmst. Ist absolut kein Problem. Man zahlt somit statt der in Deutschland üblichen 19% MwSt. die 7,6% der Schweiz, die Verzollungskosten sind beim DHL-Weltpaket schon inklusive.
 

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