Neu Deutschland regelt Handel im Internet strenger

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hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
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#1
Im Kampf gegen Steuerbetrug im Internethandel hat der deutsche Bundesrat die Vorschriften für Onlineplattformen wie Amazon und eBay verschärft. Nach dem Gesetz, das gestern im deutschen Bundestag verabschiedet wurde, haften in Zukunft die Plattformbetreiber für Verkäufer, die keine Umsatzsteuer zahlen. Allerdings muss noch der Bundesrat der Neuregelung zustimmen.

Durch Steuerbetrug im Onlinehandel gehen Deutschland jährlich Hunderte Millionen Euro verloren. Vor allem Händler aus Fernost umgehen oft die Umsatzsteuer. Bisher liegt die Versteuerungspflicht bei den Händlern, die die Plattformen zum Verkauf ihrer Waren nutzen. Mangels Adressen hat das Finanzamt aber oft keinen Zugriff, wenn die Verkäufer die fälligen Steuern nicht entrichten.

Deswegen werden jetzt die Betreiber der Plattformen in die Pflicht genommen. Sie haften nur dann nicht für ihre Händler, wenn sie dem Finanzamt eine Bescheinigung über die steuerliche Registrierung der Verkäufer vorlegen.
Quelle: https://orf.at/stories/3100038/

Das wär mal ENDLICH!!! ein richtiger Schritt, der schon vor X Jahren gemacht gehörte, wie man hier solang warten kann ist für mich unverständlich.
Dann noch gleich CN aus dem Weltpost-DritteWeltLand entfernen und es wäre ein fairerer Handel für alle.
Das ganze auch dann gleich komplett auf die EU ausweiten und nicht nur lokal in DE (bei UK ist das Problem ebenso riesengross).
 

Rico Giesler

Administrator
Mitarbeiter
10. Mai 2017
10.958
1.032
#3
Könnte für die "ordentlichen" Händler aber nach hinten los gehen.
Wenn die Plattformen nun dafür grade stehen müssen, dass werden sie einfach die guten Händler mehr zur Kasse bitten um eventuelle Zahlungsforderungen kompensieren zu können.
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
2.970
263
#4
Ich glaub nicht, dass der Markt noch höhere Provisionen verträgt, aber theoretisch ist die Überlegung natürlich richtig.

Muss ja nur eine anständige UID Abfrage, in regel/unregelmässigen Intervallen durchgeführt werden, ja jetzt technisch nicht das Thema (auch nicht mit Abgleich Name/UID).
Am besten umsetzen und bei Inkrafttreten gleich mal den ersten Fall aufmachen, damit das Thema auch ernst genommen wird.
 

holzpuppe

Sehr aktives Mitglied
14. Oktober 2011
1.295
106
Leipzig
#5
Ich glaub nicht, dass der Markt noch höhere Provisionen verträgt, aber theoretisch ist die Überlegung natürlich richtig.
:cool: Na Selbstverstädlich! Mindestlohn steigt doch wieder. :rolleyes: Da kann doch mal die pozentuale Provision nach all den stabilen Jahren angepasst werden. o_O

Aber mal ehrlich, irgendwer trägt am Ende die Kosten. In der Regel ist das der Kunde.
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
10.273
205
#7
Also zuallererst trifft es AMA und die sind wohl der größte Konkurrent im Online-Handel für Shop-Betreiber.
Wenn die Plattform teurer wird, na und ?
Alternativen gibt es genug.

Und die Steuer wird dem deutschen Bürger unterschlagen, wem sonst ?
Steuern sind wichtig für Staat und Bürger und kommen allen zu Gute und nun eben nicht mehr einzelnen Händler welche diese nicht bezahlen.

Und soweit ich hier im Post erkennen kann, gilt das für alle Verkäufer auf Amazon, aus allen Länder.

Die Prüfung wäre sehr einfach: Jeder der auf Amazon verkauft benötigt eine gültige UID und die Prüfung und laufende Kontrolle der UID ist Verantwortung der Plattform.

Wir als Shop-Händler müssen ebenfalls bei jedem Verkauf die UID des Kunden prüfen ob diese aktuell gültig ist.
 
Zustimmungen: hula1499

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
2.970
263
#8
@en001
Hm, ja, klar muss diese Masse erreicht werden, damit es sich lohnt - vollkommen richtig.

Kleine Beispiele:
2016
https://www.sueddeutsche.de/wirtsch...gen-chinesische-amazon-haendler-vor-1.3813881
2015
https://www.heise.de/ct/ausgabe/2015-20-Amazons-unfaires-China-Business-2794664.html

Und das sind nur die offiziellen Infos. Intern wirds - nehm ich mal an - auch schon weit vor 2015 beim Finanzministerium hier Untersuchungen gegeben haben.
Also gelohnt hätt sich das - auch fürs FA - schon vermutlich vor 5y locker.

@MichaelH
Jo, bin auch der Meinung das hier alles relativ einfach kontrollierbar wäre und technisch dann ja sowieso das Problem von ebay/Ama (so wie ja jetzt auch für uns als Händler, wie du schon richtig sagtest).

Es würde der gesamten Wirtschaft helfen, Emissionen einsparen, viell. diverse Konkurse verhindern.
Jetzt soll endlich auch mal der China-Spar-Post Tarif weg, dann wirds eh zu teuer.
 

MichaelH

Sehr aktives Mitglied
17. November 2008
10.273
205
#9
Weiters - Amazon generiert Einnahmen aus Verkäufen (Provision, Lagerhaltung, was auch immer) - daher hat das FA ungehindert Zugang und das Recht zu sämtlichen Daten aus Einnahmen von Amazon.

Oder hat irgendjemand von euch die Möglichkeit dem FA zu sagen:
Nein, diese Einnahmen gehen euch nichts an, wie und woher die kommen ... ?

Also - das FA könnte sich jedes Kundenkonto von AMA zukommen lassen, sämtliche generierten Umsätze und Einnahmen im Detail und wie diese berechnet werden und dann daraus sogar eine theoretische Steuerschuld des Verkäufers erstellen und den Verkäufer dies zukommen lassen und ihn ersuchen seine Daten und Abrechnungen dazu zu liefern.
Differenzen müssten belegt werden, ansonsten gibt es Maßnahmen.

Ich hatte 3 Prüfungen in meinem Betrieb:
Steuerprüfung
Umsatzsteuerprüfung
Krankenkassen-Beitragsprüfung

Warum soll es für andere anders sein ?
 
Zustimmungen: WAWI-USER321

WAWI-USER321

Gut bekanntes Mitglied
26. Dezember 2013
189
11
#10
Könnte für die "ordentlichen" Händler aber nach hinten los gehen.
Wenn die Plattformen nun dafür grade stehen müssen, dass werden sie einfach die guten Händler mehr zur Kasse bitten um eventuelle Zahlungsforderungen kompensieren zu können.
Wenn das für Amazon nach hinten losgeht müssen sie halt von den chinesischen Händlern Sicherheitsleistungen verlangen.
Die Chinesen werden die sogar mit Kusshand zahlen, da sie keine andere Möglichkeit haben und selbst damit gut verdienen.

Die haben ja immer noch ne menge Vorteile, keine Gewerbesteuer zum Beispiel.