Amazon vendor central - Erfahrungen?

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deliman

Gut bekanntes Mitglied
13. Februar 2016
459
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#1
Hallo,

wir wurden vom Amazon Vendor Central in München kontaktiert, ob wir nicht direkt an Amazon liefern wollten und Amazon dann die Produkte unter eigenem Namen verkauft.

Ist dann so ähnlich wie FBA nur das der eigene Firmenname als Verkäufer nicht mehr in den Angeboten auftaucht. Man ist dann quasi nur noch der Großhändler oder Hersteller, der direkt an die Ama-Lagre liefert aber mit dem Endkundengeschäft nichts mehr zu tun hat.

Habe im Netz recht zwiespältige Kommentare dazu gefunden. Gibt es hier Verkäufer/Händler, die das schon mal ausprobiert haben? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Chao
 

Aphax

Gut bekanntes Mitglied
31. Juli 2010
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#2
Ja und es ist so zwiespältig wie du es gelesen hast.
Du solltest sehr gut organisiert sein für das Vendor Programm. D.h. Amazon erwartet von Dir das du Liefertermine unbedingt einhälst, dass alles was du Amazon anbietest auch lieferbar ist und du es in der richtigen Menge an die richtigen Amazon Lager,teilweise im Ausland, verschickst. Hört sich erstmal ganz normal an, aber du kannst davon ausgehen, dass Amazon auch sehr kleinteilig bestellt, je nachdem was für Produkte du hast. Amazon wird Dir Gebühren aufdrücken, wahrscheinlich insgesamt irgendwas zwischen 10 und 15% für Grundgebühr, Marketing, Ausschluß der Rücksendung an dich, etc....also kalkuliere deinen Preis an Amazon entsprechend. So ein Vertrag besteht 1 Jahr, danach werden die Konditionen angepasst. Die gesamte Auftragsabwicklung für Amazon Vendor-Bestellungen ist aufwändig, insofern keine EDI Anbindung besteht. Zahlungsziel von 60Tagen netto wird von Amazon vorgegeben. Konventionalstrafen bei Nicht-Einhaltung von Lieferfenstern.

Demgegenüber kann natürlich ein Umsatzplus gegenüber FBA und insbesondere Händler-Versand stehen.
 

hula1499

Sehr aktives Mitglied
22. Juni 2011
2.527
161
#3
Vendor ist schon was anderes, wie FBA. Hier gehst du dann den zweiten Schritt.
Verlobt = FBA
Verheiratet = Vendor
:D

Kann Aphax aber nicht wirklich nachvollziehen.
.) Liefertermine einhalten -> versteht sich von selbst
.) "kleinteilig" bestellen -> naja, kommt aufs Produkt und den Absatz an. Bei uns bestellt Ama manchmal in 100er Schritten und die Produkte sind nicht unbedingt "klein" aber <100 Eur
.) Gebühren -> sind sehr transparent, einzig auf den WKZ ist zu achten
.) kommt schon vor, dass Dinge dann plötzlich verschwinden
.) Die Lieferfenster sind eigentlich recht grosszügig, hast du eine Bestellung im Vendor, musst du diese auch nicht in allen Positionen annehmen und es gibt keine Probleme

Es ist relativ simple. Lässt es deine Marge zu, bietest Amazon einen EK Preis an, der soll sich für dich natürlich auch lohnen.
Auch nicht zu vergessen ist, dass du dann (egal ob Ausland oder nicht) lediglich an 1-4 Lager schickst, statt an XXX Kunden (Versandkosten, Aufwand etc)

Nachteil: deine Abhängigkeit von Amazon wächst, ein nicht zu unterschätzender Faktor.
Hast du das Produkt alleine und es gibt auch in deiner Sparte wenig Mitbewerb, würd ichs mir 2x überlegen.
Du musst ja auch Amazon nicht alles geben, probiers mal mit ein paar Produkten und schau dir an, wie es funktioniert.
Nochmals der grösste Nachteil: du wirst noch mehr abhängig und Amazon nervt oft, Dinge verschwinden die du ganz sicher geliefert hast (nicht am Weg zu Ama, dann im Ama Lager in CZ, PL etc)
Auch weisst du ganz genau, dass ein Karton zb. 20 Stück hat, du schickst einen vollen Karton, Amazon behauptet, es wären nur 13 oder 16 angekommen, der Rest hat sich wohl in Luft aufgelöst.
 

deliman

Gut bekanntes Mitglied
13. Februar 2016
459
20
#4
Verkaufen bei Amazon sehe ich eh mit einem weinenden Auge... jeder VK und Werbeklick macht den "Kraken" nur noch fetter...

Wenn, würden wir auch nur mit ein paar Produkten beginnen und mal sehen, wie es wirklich läuft. Aber erstmal muss die Kalkulation stimmen und Ama muss dann noch Interesse haben, zu unseren Preisen einzukaufen. Habe denen auch gesagt, das die Zahlungskonditionen im Verhältnis zum FBA Verkauf ja unter aller Kanone sind. Die restlichen Bedingungen muss ich mir erstmal in Ruhe durchlesen.

Das gerade in PL/CZ viel in den Lagern "verschwindet" oder angeblich gar nicht erst ankommt, liest man ja überall im Netz. Eigentlich schon komisch, das Ama selber da nichts gegen unternimmt, wenn es in den deutschen Lagern deutlich weniger Probleme gibt.
 

NAUED GmbH

Offizieller Servicepartner
SPBanner
1. Februar 2017
57
11
#5
Amazon Vendor ist ein zwiespältiges Thema. Als Händler gewinnt man da außer Erfahrung meist nichts.

Zuerst denkt man super aber dann kommt es:

1. Amazon ordert meist nur Einzelartikel und die i.d.R. soll man auf eigene Kosten nach Polen, UK usw. schicken
2. Zu den Rabatten (7-15%, je nach Kategorie) kommt noch ein 15% Werbekosten Beitrag
3. Das Zahlungsziel ist 60TAGE!!!!!!
4. Wenn der Artikel nicht verkauft wurde landet er nach 58 Tagen wieder bei Dir und Du musst die Rechnung stornieren bzw. gutschreiben
5. Die 15% Werbekosten musst Du trotzdem zahlen!!!
6. Dann bestellt Amazon den Artikel erneut und das Spiel beginnt von...

Bei dem Thema verdienen nur DHL und Amazon, außer es ist ein Megakracherartikel

Wir kennen einige Kunden die desillusioniert Vendor schnellstmöglich beendet haben
 

lufthansi

Aktives Mitglied
30. Juli 2011
6
0
#6
Wir haben es auch gemacht.

Wir haben für Amazon per Dropship versendet. Im Amazon Katalog stand dann "Verkauf und Versand durch Amazon" obwohl wir verschickt haben. Weiter die üblichen Verträge. Wir hatten dadurch kein Problem mit Lieferungen die nicht im Amazonlager ankamen, weil wir ja direkt an Endkunden verschickt haben. Es lief eigentlich gut, solange eine gewisse Stückzahl nicht überschritten wurde. Die Versandetiketten mussten einzeln über das Portal ausgedruckt werden. Eine Anbindung an JTL gibt es nicht.
Nach ca. 6 Monaten begann Amazon auf einmal unter Einkaufspreis zu verkaufen. Wir haben uns täglich gewundert wie das möglich ist. Die Umsätze sind regelrecht explodiert. Dann plötzlich auf einen Tag wurden 50% der Waren nicht mehr angezeigt (prime Logo, Versand und Verkauf durch Amazon usw). Amazon monierte zu hohe Einkaufspreise und wollte uns zu Preisreduktion auffordern. Haben wir natürlich nicht gemacht, auch wenn es nur 40 Cent waren. Wir geben selbst den Preis vor und sonst niemand. Die haben uns praktisch mit extremen Stückzahlverkäufen angefüttert und dann gefordert billiger bei uns einzukaufen sonst seid Ihr raus. Das sind schon Methoden die vielleicht das Kartellamt interessieren könnten.

Ablauf Vendor Dropship: Man kann es vergessen, ausser man verdoppelt sein Personal. Einfach Umständlich und nicht mehr zeitgemässer Arbeitsablauf. Ständige Portalfehlfunktionen. Schuld ist wie immer nur der Händler.